2013: Heideblüte

23. bis 25. August 2013:
Radtour zum Heideblütenfest

Elisabeth Rohde: 

Unsere Räder nehmen wir auf die Zugfahrt Flensburg – Wittingen mit. Umsteigen in Hamburg und Uelzen, bei z. T. schweren Rädern etwas beschwerlich. Die eine Stunde Wartezeit in Uelzen reicht kaum für die Besichtigung des interessanten Hundertwasser-Bahnhofs. Bei herrlichem Sommerwetter sind die unproblematischen 7 km zu unserer Jugendherberge in Hankensbüttel schnell geschafft. Hier sind wir zu zweit jeweils in Vierbettzimmern untergebracht.

Nach Abladen des Gepäcks geht es auf Erkundungsfahrt. Ausgedehntes parkartiges Waldgebiet am Rande des Ortes zwischen Kloster Isenhagen (eines der sechs Heideklöster), Freibad und Otterzentrum am Isenhagener See, wo wir uns in der angeschlossenen Selbstbedienungs-Gaststätte gut versorgen. Den Klosterbereich mit seiner gotischen Kirche können wir nur von außen besichtigen. Im Kloster verbringen einige evangelische, betagte Damen (sog. Konventualinnen mit Äbtissin) ihren Lebensabend mit Klosterführungen (bis 17:00 Uhr) und Betreuung der Bibliothek.

Nach dem Verwahren der Fahrräder und kurzer Regeneration machen wir uns erneut per pedes auf den Weg ins Ortszentrum. Als Gaststätte mit Außen­bereich wird uns Ali‘s Bistro empfohlen. Hier floriert ein reger Bestelldienst, wir müssen auf Pizza oder Flammkuchen leider über eine Stunde warten, dann erhalten wir aber außerordentlich schmackhafte Schmankerl und eine gute Flasche Wein! Schließlich erreichen wir satt und zufrieden nach einem erlebnisreichen Tag gegen 21:30 Uhr unsere Herberge.

der "Heilige Hein"
der „Heilige Hein“

24.08.: 08:00 Frühstück, das jeden zufrieden stellt. Um 09.00 Uhr brechen wir sechs Radler (ideale Anzahl) zum ersehnten Heidebesuch auf. Über Orell erreichen wir nach etwa 8 km unser Ziel, den „Heiligen Hein“, eine typische, von Säulenwacholdern durchsetzte blühende Heidefläche mit einem großen Heidschnuckenstall. Herdförmige Heideareale sind bei der Trockenheit dieses Sommers verdorrt. Die staatlich geförderten, ökologisch notwendigen Schaf­herden verhindern durch Verbiss von aufkommenden Sträuchern und Bäumen die Verbuschung und damit das Verschwinden der Heideflächen. Wie in früheren Zeiten werden die Heideflächen geplaggt, jetzt allerdings maschinell. Früher diente das Plaggmaterial den armen Heidebauern als Einstreu für die Ställe und als Brennmaterial. Am Rande der Heide besuchen wir den „Hermann-Löns-Stein“, ein Denkmal für den Heidedichter.

der "Hermann-Löns-Stein"
der „Hermann-Löns-Stein“

Wir radeln weiter nach Betzhorn, einem Ortsteil von Warenholz, aber leider öffnet das schöne Bauern-Café erst um 14:00 Uhr. Mit etwas Umweg treten wir den Rückweg über Knesebeck an, in der Hoffnung eine andere nette Gaststätte zu finden. Wir finden zwar einen idyllischen Badesee mit wenig Betrieb, aber mit geschlossenem Kiosk! Freundliche Camper am See trösten uns mit jeweils einer Tasse Cappuccino. Dankbar und zufrieden nehmen wir die letzte Etappe nach Hankensbüttel in Angriff und flüchten uns wieder in die Gaststätte des Otterzentrums. Nach dem Tagespensum von 25 km, z. T. gegen den Wind, haben wir uns den Imbiss verdient. Den Abend lassen wir bei sommerlichen Temperaturen in einer, von jungen Leuten geführten Eckkneipe ausklingen. Der im Dunkeln falsch eingeschlagene Heimweg, muss nach einiger Zeit korrigiert werden.

25.08.: Bedauerlicherweise ist es schon wieder der letzte Tag. Bis zur Rückfahrt am Nachmittag bleibt noch Zeit für eine Tour ins 12 km entfernte Bokel. Zwei Sportfreunde bleiben wegen Problemen mit ihrem Sattel im Ort und besichtigen das interessante Otterzentrum. In Bokel besichtigen wir am Hof Günne erst einen aus der Renaissance-Zeit stammenden Treppen­speicher und wandern dann weiter zur  „Bullenkuhle“ (die Sage ist im Internet nachzulesen), einem fast verlandeten, kleinen See (Relikt aus der Eiszeit) mit besonderer Vegetation in der Umgebung, wie Sonnentau, Wollgras und verschiedenen Heiden.

Treppenspeicher
Treppenspeicher
die Tür der Bokeler Kapelle
die Tür der Bokeler Kapelle

Südlich von Bokel befindet sich wiederum ein typisches Heidegebiet. Im Bauern-Café “Bartel“ nehmen wir auf der Gartenterrasse einen Mittagsimbiss ein, bestehend aus einem heidetypischen Kartoffelessen. Auf dem Rückweg schauen wir uns noch die Tür der Bokeler Kapelle an, in die 1631 der vor dem Bullen gerettete Schäfer Heitzken seinen Dank geschnitzt hatte.

Der Rückweg geht abwechselnd bergab und bergauf, dazu mühsam gegen den Wind, aber pünktlich um 15:00Uhr treffen wir uns an der Jugendherberge mit den anderen Sportfreunden, nehmen unser Gepäck in Empfang und radeln zum Bahnhof Wittingen. Hier fährt der Zug noch pünktlich ab, auch in Uelzen, doch dann beginnt das Malheur mit Baustelle und verpasstem Zug in Hamburg; Ersatzzug über Kiel, Signalstörung und verpasster Zug nach Flensburg! Schließlich Ankunft in Flensburg um 23:00 Uhr statt 20:45!!

Fazit: Wir lassen uns von der DB nicht den Spaß verderben. Alle wären gern wenigstens noch einen Tag länger geblieben.

 

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