2010: Trekking im Himalaja

Langtang Nationalpark und Helambu vom 19.10. bis 15.11.2010

Teilnehmer und Teilnehmerinnen: Gerd Andresen, Claudia Behnke, Rosi Gerlich, Elisabeth Rohde, Susanne Schaade, Günter Schlotfeldt und Reiner Tröger als Gast

Landeanflug über Kathmandu

Gerd Andresen:

„Könntest Du dir vorstellen mit mir nach Nepal zu fahren?“ Was vor ca. 2 ½ Jahren als vage Anfrage von Günter Schlotfeldt an mich gestellt wird, endet am 15.11.2010 um 15:25 Uhr nach vierwöchigem Aufenthalt in Nepal für eine Gruppe von sieben Personen auf dem Flensburger Bahnhof.

Aber der Reihe nach. Günter hatte in der Vergangenheit schon öfter den Wunsch geäußert, nach Nepal zu reisen, aber immer kam ihm etwas dazwi­schen. Mal war es die viele Arbeit, mal war es der Urlaubsmangel. Aber als Ruheständler hat er endlich die nötige Zeit, und so gebe ich meine Zusage. Es dauert nicht lange, und es kommen mehrere Anfragen von anderen Sektions­mitgliedern hinzu. Eigentlich habe ich mal gesagt, ich würde nie eine Gruppe nach Nepal führen, aber nach einer Bedenkzeit erkläre ich mich dazu bereit. Allerdings unter der Bedingung, dass ich nicht als Gruppen- oder Tourenleiter angesehen werde. Dies wird so akzeptiert. Also mache ich mich an die Pla­nung. Die Teilnehmerzahl wird auf zehn Personen begrenzt. Die Trekkingtour wird besprochen und festgelegt. Da die Dauer der Reise von den Flugtickets abhängig ist, erkundige ich mich bei meinem Reisevermittler nach der besten Reisezeit. Ich habe eine Reisedauer von 26 Tagen geplant. Aber wie es so ist mit dem Planen, aus 26 Tage werden 28 Tage. Dadurch wird das einzelne Flugticket um 200 € günstiger. Also wird der Reisetermin vom 19.10.2010 bis 15.11.2010 festgelegt. Weiter reserviere ich in Kathmandu Zimmer für die Gruppe. Rosi übernimmt die Reservierung der Plätze im Zug.

Verabschiedet werden wir von den Sektionsmitgliedern Helga und Horst Hinrichsen sowie von Jutta und Peter Erichsen. Auch Familienmitglieder der Abenteurer sind bei der Verabschiedung anwesend. Es gibt ein Gläschen Sekt und Einiges an Naschwerk. Pünktlich starten wir unsere Reise, und pünktlich kommen wir nach ca. 30 Stunden in Kathmandu an. Nach der Einreise­proze­dur mit Visaantrag und Gepäckausgabe geht es raus ins Abenteuer Nepal. Wir werden schon vom Hotelpersonal mit Fahrzeugen erwartet. Flott geht es durch Kathmandu. Für Einige sind es völlig neue Eindrücke.

Nach einigen Tagen in Kathmandu, die wir mit Beschaffung von Genehmigun­gen für den Langtang Nationalpark und Sightseeing ausfüllen, machen wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Dunche. Von hier starten wir unsere 17-tägige Trekkingtour, die uns ins Langtangtal bis auf eine Höhe von 4984 m führt. Der weitere Weg führt uns über die heiligen Seen von Gosainkund und den Laure­binapass (4610 m) durch das Helambugebiet zurück nach Kathmandu. Wir haben die ganze Zeit fantastisches Wetter mit Tagestemperaturen um 25 °C, nachts fällt die Temperatur bis in den Minusbereich. Die letzten Tage in Kathmandu vergehen wie im Fluge.

Alle Teilnehmer überstehen die Reise ohne ernsthafte Schäden und ich hoffe, dass es für alle eine schöne und erlebnisreiche Reise war. Die Erfahrungen und Eindrücke, die ich während dieser Reise sammeln konnte waren über­wiegend positiv. Es wird aber meinerseits eine Reise in dieser Form nicht wieder geben.

Padmasambahva, auch Guru Rinpoche genannt, in Shermatang

Claudia Behnke:

Wir sind von unserer Reise nach Nepal zurückgekehrt: Gerd, Rosi, Elisabeth, Susanne, Günter, Reiner und ich (Claudia). Dazu gehörten unser Guide Dawa, sowie die Träger Min Kaji, Phurba, Dawa. Nach langer Anreise Flensburg, Frankfurt, Bahrain, Kathmandu, dann mit drei Taxis ins International Guest House, erholen wir uns vier Tage in Kathmandu, gewöhnen uns an die Höhe (1350 m) und lernen die Kultur des Landes kennen, mittelalterliche Königs­städte, bedeutende Tempel, Schreine und Stupas. Hinduismus und Buddhis­mus leben in diesen architektonischen Meisterwerken weiter. Wir besuchen Durbar Square, Swayambunath mit Stupa, Patan, die National Galery – eine fremde Welt, die uns staunen lässt. Die Wege werden zu Fuß oder mit öffent­lichen Bussen zurückgelegt, hoffnungslos überladen, spottbillig bei Linksver­kehr, ständigem Gehupe und Gedränge, die heiligen Kühe dürfen natürlich nicht gestört werden, ich kann nur noch die Luft anhalten und staunen.

Dann der Aufbruch nach Dhunche mit Privatbus, 7,5 Std. Fahrt über katastro­phale Straße, wir sind völlig durchgeschüttelt, als wir endlich ankommen. Die Wanderung beginnt im Langtang Nationalpark. Es geht Tag für Tag rauf und runter über etwa 1000 Höhenmeter, bei herrlichen Landschaften, Rhododen­dronwäldern, Bambushainen, Lemuren in den Gipfeln, wunderschönen Aus­blicken auf die 8000 der Bergketten. Beim Überqueren eines Bachbettes lan­dete ich zur Erheiterung aller mit meinem rechten Fuß in einem Schlammloch, anschließende Reinigung und ein Pralinentröstchen von Gerd, dann geht es weiter. Die Stationen waren Thulo Syaphru, Lama Hotel, Langtang, Kyanjin Gumba, zurück nach Chandanbari, Laurebina, Gosainkund Ghopte, Melam­chigaon, Tarkeghyang, Kakani und Melamchi. Oft waren die Anstiege sehr anstrengend, das Herz klopfte bis an den Hals und ich musste Pustepausen einlegen, aber ich wurde reich belohnt durch wunderschöne Landschaften. Das Wetter meinte es nur gut mit uns, blauer Himmel und Sonnenschein waren unser Dauerbegleiter, dazu fröhliche und hilfsbereite Nepalesen bei all ihrer Armut, wir drehen die Gebetsmühlen am Wegesrand und gehen links um die Stupas, das bringt Glück. Gerd erzählt uns viel über die Kultur dieses fremden Landes. Nachts wird es empfindlich kalt in den höheren Lagen, die Quartiere sind schlicht, ebenso die französischen Stehklos, aber das wussten wir ja. Mit dem Essen kommen wir auch gut zurecht, viel Reis mit Gemüse, und zum Glück wird keiner ernsthaft krank (Durchfall).

Nach Rückkehr nach Kathmandu heißt es noch mal historische Stätten an­schauen, Bhaktapur, Pashupatinath am Bagmatifluss, Geschenke einkau­fen, Abschied nehmen. Für mich war diese Reise ein ganz großes Erlebnis und wird mir unvergessen bleiben, dir, lieber Gerd, meinen Dank dafür, Claudia.

Start des Trekkings in Dhunche

Rosi Gerlich:

Von dieser Reise nach Nepal – meiner dritten – erhoffte ich, herrliche Land­schaften bei allerbestem Wetter erleben zu können. Und ich wurde nicht enttäuscht! Der Langtang-Nationalpark, die heiligen Gosainkund-Seen und die Helambu-Region präsentierten sich tagsüber in strahlendem Sonnenschein und nachts unter einem phänomenalen Sternenhimmel, den ich entweder beim Outdoor-Zähneputzen oder aus meinem kuscheligen Schlafsack bewun­dern konnte. Die üppige Vegetation mit Reisterrassen, Bambus, Rhododen­dren, Tuja, Bananenstauden und riesigen Weihnachtssternen begeisterte mich täglich neu sowie die Ausblicke auf die gewaltigen Berge und den Kontakt mit den stets freundlichen nepalischen Menschen. Ebenfalls begeistert war ich wiederum von der nepalischen Kochkunst: Einfach, aber äußerst schmackhaft bis superscharf und sehr bekömmlich.

Meine persönlichen fünf Highlights waren: 1. Der Besuch mit Medikamen­ten­lieferung in Christine’s Dispensary (Armenapotheke) im Bir-Hospital in Kath­mandu. Der desolate Zustand hat sich erheblich verbessert gegenüber mei­nem letzten Besuch vor fünf Jahren. 2. Das Wiedersehen mit meinen nepali­schen Bekannten Govind, Gokul und Girish, mit Baburam und mit Narayan und seiner Familie. 3. Der anspruchsvolle Aufstieg zum Tserko Ri auf 4984 m (etwa 1200 HM), den ich als Erste schaffte! Diesen Tag widme ich Reiner F., der leider nicht bei uns sein konnte. 4. Die Etappe von Gosainkund (4380 m) über den Laurebina-Pass (4610 m) nach Ghopte (3430 m) war meine Königs­etappe. 5. Ich habe mich selten so wohl gefühlt, wie auf dieser Trekkingtour: Weder höhenbedingte Kopf- noch klimabedingte Bauch- und schon gar keine Fußschmerzen! Meine Reiseapotheke war so überflüssig, wie das Regenzeug.

Ich danke Gerd für die Organisation dieser Tour, Susanne für das Teilen der Doppelzimmer und insbesondere das herzhafte Lachen bei unseren ersten Nepali-Sprachübungen und Claudia für ihren Notfall-Einsatz. Ein herzlicher Dank geht auch an Horst, Helga, Jutta, Peter, Barbara, Reinhard, Kristina und Hilke für das Verabschieden und Begrüßen am Flensburger Bahnhof.

Traumhafter Ausblick beim Start in Laurebinayak (3.900 m)

Elisabeth Rohde:

Wenn einer eine Reise tut … wie wir sieben DAV-Sportfreunde ins ferne Asien, nach Nepal, so lasse er Hektik sowie Erwartungen an technische oder sanitäre Standards in Europa. Vergesse Mülltrennung und besonders auf dem Lande auch fehlende Müllentsorgung.

Kann man in vier Wochen asiatischen Gleichmut lernen? Ein wenig schon! In Kathmandu sollen bereits 6 Millionen Menschen leben, und weitere kommen in die Stadt in der Hoffnung, ein Auskommen zu finden. In den engen Gassen drängen sich pausenlos hupende Motorräder, Autos, klingelnde Fahrräder, Fahrradrikschas und Menschen, Menschen … Und wir mit viel Gleichmut immer wieder mittendrin ohne Angst, überfahren zu werden. Nepal zählt zu den ärmsten Ländern der Erde und Korruption bis in die höchsten Kreise verschärft die Situation weiter.

Wir erfreuten uns sowohl in der Stadt, wie in den kleinen Dörfern der Berg­regionen an der Freundlichkeit und dem exotischen Charme der Menschen unter­schiedlicher Volksgruppen. In Kathmandu überwiegen die indischstämmi­gen, für unsere Begriffe sehr schönen Menschen, in den Bergen, Richtung tibetischer Grenze, die herbere, breite, tibetisch-mongolische Facies. Es gibt keinen Mangel an Kindern, verständlich bei der etwa um das zehnfache höheren Säuglings- und Kindersterblichkeit als in Mitteleuropa. Stolz ließen sich die Mütter mit ihren Säuglingen an der Brust ablichten. Ohne Erlaubnis der Mütter sollte man Kindern nie über den Kopf streichen (eine unter uns ver­breitete spontane Geste), da wir ihnen mit bösen Geistern schaden könnten! Das sorglose Kindesalter ist schnell vorbei, sehr bald können sie auch mit kleinen Handgriffen in Haus und Garten mithelfen.

Die Bergregionen werden noch kaum von Straßen erreicht. Güter des tägli­chen Bedarfs, besonders auch für die Touristen, müssen herauf getragen wer­den. So ist es keine Seltenheit, dass schon 13- bis 14-Jährige, deren Kno­chen­bau noch nicht gefestigt ist, darunter auch Mädchen, mittels des Stirn­gurtes, dem Namlo, schwere Lasten die Bergpfade hinauf tragen. An den Füßen Zehenlatschen, tänzeln sie geschickt über „Stock und Stein“, wie auch unsere zierlichen erwachsenen Träger, die sich jeweils zwei unserer Ruck­säcke aufbürdeten. Wir denken dankbar an ihre Hilfe, Bescheidenheit und Freundlichkeit.

Eine wunderbare, bestens organisierte Wanderreise ist zu Ende gegangen, bei der uns Gerd Andresen mit vielen interessanten Informationen zu Land, Menschen und ihren Religionen versorgt hat.

Nun wieder in der winterlichen Kälte unseres Landes denken wir sehnsüchtig an die subtropischen Temperaturen und üppige Vegetation des Kathmandu­tales und an das groß­artige Bergpanorama der schneebedeckten Sechs- bis Achttausender, wobei die Anstrengung längst vergessen, die Freude an der Bewegung aber geblie­ben ist, und wir so schon wieder an neue Ziele denken.

Auf dem Laurebinapass (4610 m), dem höchsten Pass der Tour

Susanne Schaade:

namaste! am 19. oktober machten sich 438 jahre lebenserfahrung auf den weg nach nepal. für mich war es die erste reise nach asien und dann gleich so lang. ich hatte gehört, daß man beim trekking gut abnehmen kann, aber bei mir waren es lächerliche 3-4 kg. die kulinarischen köstlichkeiten warfen meine vorsätze über bord. die frauen und männer in den küchen der lodges haben fantasti­sche arbeit geleistet. eine kleine auswahl davon waren: zum frühstück nahm ich gerne porridge, boiled oder fried eggs, pancake with honey oder jam, chapati, tibetan bread oder ganz dicken toast. dazu trank ich gerne milkcoffee (dudhcoffee) oder hot lemontea. andere tranken gerne masala oder nepalitea. zum Mittagessen ließen wir uns meistens eine vegetable noodles soup ser­vie­ren. auch da war die auswahl groß und günter entschied sich immer öfter für potatosoup. die nudelsuppe brachte genug energie um dann den rest der etappe zu bewältigen. in der lodge angekommen habe ich meistens mein bett hergerichtet, mich kurz gewaschen und dann ausgeruht beim tee oder kaffee. bis zum abendessen war es noch lang und mich quälte oft der hunger. dazu sind wir, falls vorhanden, in eine german bakery und aßen dort cinnamonrolls oder white bread. nun zum köstlichsten teil des tages: momos, veg. chowmein, fried potatos, frenchfries (natürlich mit ketchup) daal bhaat, fried rice und macroni, spaghetti, lasagne, pizza, sandwiches und hot garlic potatos. dazu gönnte ich mir ein halbes everest beer oder gorkha beer. aber auch juice from mango, pineapple oder orange. dann fiel ich oft schon um acht uhr vollgefuttert in den schlafsack. im langtang nationalpark schmeckte es mir ein wenig bes­ser als im helambu. erstaunlich fand ich, wie die männer oder meist frauen mit nur einer kochstelle (offenes feuer) für so viele gäste gleichzeitig ein topessen servieren konnten. die frau in tarkeghyang saß nah am feuer und ihr wurde von den helfenden kindern alles gereicht. dazu vernahm ich nie laute töne, ob­wohl die menschen dort ununterbrochen sabbeln. in melamchigaon saßen wir auch in der küche und da merkte man sehr, wie die frau regiert hat. in thulo syaphru haben rosi und ich unsere wäsche mit der maschine gewaschen bekommen. die peace lodge besuchten wir zweimal, ebenso lama hotel. in kyanjin gumba blieben wir zwei nächte. am 30. oktober gingen rosi, reiner, gerd und ich zum tserko ri. insgesamt waren wir zehn stunden unterwegs, und ich hatte gefühlte 70.000 kalorien verbrannt. nun noch ein paar häufig gefalle­ne sprüche: „etwas kommt immer“, „hab ich doch gesagt“, „ist das schön hier“, „ich will das mal so sagen“, „das problem ist nur“, „duun un satt, wie schön is datt“.

dhanybaad an rickscha-rosi, lothar ketchup, den group leader, double cheese omlette-claudia, catweezle-reiner (selbstgenannt zitterpfote) und hab ich doch gesagt-elisabeth.

susanne (mit der pinzette)

ps: meine uhr läuft wieder.

Auf dem Gipfel des 4.980 hohen Tserko Ri

Günter Schlotfeldt:

Zwei Wochen vor der Reise nach Nepal war ich die Ruhe selbst. Meine Familie fragte mich: „Hast du noch kein Reisefieber?“ Am 19.11. ging es dann los. Ich machte mir dann doch Gedanken über diese große Reise. Peter und Jutta, Horst und Helga verabschiedeten uns am Bahnhof mit Sekt und Leckereien.

Am 20.11. landeten wir um 08:15 Uhr in Kathmandu. Der erste Schock in der Flughafenhalle, alles dunkel und anders als in Frankfurt. Vor dem Flughafen warteten drei Taxen vom Hotel auf uns. Ich war sehr überrascht, als ich die Fahrweise des Taxifahrers durch Kathmandu erlebte. Viel Gehupe, Links­verkehr und desolate Straßen. Auch die Bauweise der Häuser und der Dreck auf den Straßen haben mich nachdenklich gestimmt.

Am nächsten Tag ging es dann das erste Mal durch die schmutzigen Straßen und Gassen von Kathmandu zum Geldtauschen. Für 100 Euro gab es ca. 9800 Rupien, mit der Währung mussten wir vier Wochen lang zu recht kom­men. Nach den Formalitäten für den Na­tionalpark be­such­ten wir ein Kranken­haus. An­schließend unternahmen wir ge­meinsam eine Stadt­be­sichtigung. Abends „klau­ten“ Rosi und ich eine Rikscha und vergnügten uns bei einer nächtlichen Rundfahrt durch die Stadt. Vier Tage hiel­ten wir uns im Smog Kathmandus auf (Halskratzen und Nase dicht).

Am fünften Tag fuhren wir mit unseren drei Trägern und unserem Guide in einem privaten Bus über abenteuerliche Straßen nach Dhunche (2000 m), wo am nächsten Morgen das Trekking begann. Über Thulo Syabru (2130 m), Lama Hotel (2470 m) und Langtang (3450) kamen wir nach Kyangjin Gompa (3870 m), wo wir zwei Tage blieben. Während Dawa, Gerd, Susanne, Reiner und Rosi auf den 4980 m hohen Tserko Ri stiegen, gingen Claudia, Elisabeth und ich auf den 4300 m hohen Hausberg Kijan Ri. Uns bot sich ein grandioses Panorama dieser herrlichen Bergwelt. Anschließend ging es wieder zurück nach Thulo Syabru. Tags darauf mussten wir 1100 Höhenmeter überwinden nach Shin Gompa (3250 m), einen Tag später noch einmal 700 Höhenmeter nach Laurebina (3900 m), wo wir einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben durften. Am folgenden Tag ging es weitere 500 Höhenmeter nach Gosainkund (4400 m). Man merkte doch die dünnere Luft. Als ich abends so in meinem Schlafsack lag, dachte ich über die Höhe nach, die wir noch zu bewältigen hatten. Nach dem Frühstück ging es über den Laurebina-Pass (4600 m), wo wir bei strahlendem Sonnenschein ein Gruppenfoto machten. Nach kurzer Rast ging es nach Ghopte (3400 m), wo wir das Abendessen in einer total verräucherten Lodge, eng wie die Hühner auf der Stange genossen. Am nächsten Tag folgte einem steilen Abwärtsmarsch ein gewaltiger Anstieg nach Tharepati auf 3600 m. Hier legten wir eine Pause ein und hatten einen wunderschönen Ausblick auf das Phuriphu Himal bis Khumbu. An­schlie­ßend ging es 2 ½ Stunden talwärts nach Melamchigaon (2530 m). Die Lodge-Besit­zer waren sehr nette Leute. Die folgende Tagesetappe führte uns 600 m runter und wieder 800 m hoch nach Tarkeghyang, wo wir einen Ruhetag einlegten. Diese Pause haben wir alle genossen, bevor es zur vorletzten Etappe nach Kakani (2070 m) ging. Noch einmal genossen wir einen schönen Sonnen­untergang, bevor es dann nach Melamchi Bazar auf 870 m ging. Dieser letzte Ab­stieg war mit 1300 m der gewaltigste, den unsere Gelenke und insbe­sondere Knie ertragen mussten. Von Melamchi Bazar wurden wir sechs Stunden lang in einem Bus nach Kathmandu durchgeschaukelt.

In Kathmandu hatten wir wieder vier Tage Zeit, um uns vom Treck zu erholen. Am vorletzten Tag haben Rosi, Dawa und ich Kathmandu von seiner dreckig­sten Seite, dem Bishnumati-Fluss, angesehen. Unmengen von Müll, Kadaver und bestialischer Gestank waren kaum auszuhalten – unsere Gedanken waren dann, wie gut es uns in Deutschland geht. Am letzten Tag war Packen angesagt. Nachmittags um 15:30 Uhr fuhr uns ein Taxibus zum Flughafen. Nach 30 Stunden von Kathmandu nach Flensburg waren wir froh, dass wir wieder zu Hause waren.

Die Trekkingtour war ein tolles Erlebnis, die ich lange in Erinnerung behalten werde. Gerd ein großes Lob und vielen Dank, dass du uns eine so schöne Reise ermöglicht hast. Namaste!

Abendliche Trishaw-Tour in Kathmandu

Reiner Tröger:

Ende des Jahres 2009 erfuhr ich, dass Wanderfreunde das DAV Flensburg eine Hochgebirgswanderung in Nepal durchführen wollen. Ich ahnte von Anfang an gewisse Probleme, die ich aber erst in den Hütten (Lodges) zu spüren bekam. Meine schlechten Kenntnisse des Englischen, die erstmalige Begegnung mit den gläubigen Nepalesen, bedurften der Hilfe durch meine norddeutschen Wanderfreunde Gerd und Rosi. Ich hatte keinerlei Sorgen mit den teilweise in Höhen bis knapp 5000 m erfolgenden Touren. Hierbei halfen mir meine Erfahrungen, die ich bei der Besteigung von 5000-er und 6000-er Bergen gesammelt hatte. Ich danke für die interessanten Eindrücke und in gewissen Dingen (religiösen und lebensbedingten) Belehrungen, die mir durch die Freunde Gerd und Rosi gegeben wurden. Der knappe Monat Aufenthalt im Himalaja wird für immer in meinem Gedächtnis bleiben.

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