2010: Harzer Hexen Stieg

Der Harzer-Hexen-Stieg – 94 km in fünf Etappen – von Osterode nach Thale vom 25. April bis 2. Mai 2010
mit Walpurgis in Schierke am 30. April 2010

Verlauf des Harzer Hexen-Stiegs

Rosi Gerlich:

Etwa ein Jahr vor dieser Wanderreise hatte ich die Idee dazu und mit der Planung begonnen. Nach mindestens 50 Stunden Recherche im Internet stan­den die einzelnen Etappen, die Unterkunft in der „Hochmoorbaude“ – das ver­einseigene Haus des Hildesheimer Ski-Klubs von 1960 e. V. – und die Kultur mit der Walpurgisnacht in Schierke fest:

  • Sonntag, 25.04.2010: Anreise mit Ankunft um ca. 12:00 Uhr zum Mittagessen in Oderbrück, Nachmittag zur freien Verfügung
  • Montag, 26.04.2010: 1. Etappe von Osterode nach Dammhaus, 20 km
  • Dienstag, 27.04.2010: 2. Etappe von Dammhaus nach Torfhaus, 17 km
  • Mittwoch, 28.04.2010: 3. Etappe von Torfhaus nach Königshütte, 24 km
  • Donnerstag, 29.04.2010: 4. Etappe von Königshütte nach Altenbrak, 24 km
  • Freitag, 30.04.2010: Walpurgisnacht in Schierke
  • Samstag, 01.05.2010: 5. Etappe von Altenbrak nach Thale, 14 km
  • Sonntag, 02.05.2010: Gemeinsames Frühstück und Heimreise

Jetzt fehlte noch das Wetter: Eine Anfrage bei Petrus wurde wie folgt beant­wortet: „Aufgrund einer Unmenge Beschwerden habe ich leider keine Zeit, auch noch für gutes Wetter für eure Wanderwoche zu sorgen, bitte erledigen Sie das selbst.“ Habe ich gemacht – und wie!

Nun fehlte noch ein Info-Flyer. Habe ich auch gemacht: „Wild und erlebnis­reich, verwunschen und geheimnisvoll – kaum ein ande­rer Trail in Deutsch­land bietet so viel Abwechslung, wie der Harzer Hexen-Stieg mitten durch den Nationalpark Harz. Mal sanft und geruh­sam, dann wieder steil und heraus­fordernd, durchquert der naturnahe Fernwanderweg die üppig grüne und von zahlreichen Tälern durchzogene Bergwildnis des Harzes. Der Stieg führt uns mitten durch urwüchsige Wälder und stille Bachtäler, dunkle Hochmoore und blühende Berg­wiesen, schroffe Felsgärten und subalpine Heidelandschaften, über die ehemalige innerdeutsche Grenze hinauf zum gewaltigen Brocken und zwi­schen die fast senkrechten Granitwände der spektakulären Bodetal­schlucht.“

Mit diesem Werbetext ist es mir gelungen, 17 Mitstreiter für diese Tour zu gewinnen: Gerd Andresen, Heike Christiansen, Gerd Engelke, Peter und Jutta Erichsen, Helga Grube, Herbert Hanno, Sigrid Jenderny, Trude Lamp, Lorenz Matzen, Christel Mayer, Elisabeth Rohde, Anne Schlemeier, Günter Schlot­feldt, Reiner Tröger sowie Hildegard und Rainer Vollbehr.

Der Anreisetag fing wie vorgesehen an: 15 Teilnehmer kamen kurz hinter­ein­ander in Oderbrück an und nahmen ihre Zimmer in Beschlag. Nach dem Mit­tag­essen lockte uns ein herrlicher Frühlingstag zu einer Eingehtour nach Braun­lage. Hier erwarteten uns gleich am Ortseingang leckere Torten und Kaffee und im Ort selbst unzählige Hexen. Mit dem Linienbus fuhren wir zurück nach Oderbrück, um dann die am Abend anreisenden Hildegard und Reiner sowie Trude zu begrüßen. Dieser erste Tag endete mit netten Gesprä­chen in gemütlichen Runden und mit einer gewissen Freude auf die kommen­den Tage, über die nun einige Mitwanderer berichten.

Das Ziel im Kurpark von Thale ist erreicht

Elisabeth Rohde: Montag, 26.04.2010

Nach einem wunderschönen Frühlingstag (25 °C) zeigte sich der Tag unserer ersten Wanderetappe auf dem Harzer Hexenstieg, dem Weitwanderweg zwi­schen Osterode und Thale, deutlich abgekühlt (8 °C) und wurde von einigen Regenschauern begleitet. Sie ließen im Laufe des Tages nach, ja am Nach­mittag zeigte sich sogar zaghaft die Sonne. Von unserem Standquartier, der Hochmoorbaude des Ski-Clubs Hildesheim in Oderbrück-Nord, fuhren wir mit unseren Privat-PKW in Mitfahrgemeinschaften zum Wanderausgangspunkt, dem gut markierten Parkplatz in Osterode am Harz.

Die bequeme Wanderung führte über breite Forstwege mit sanften Anstiegen und durch vorwiegend dichten Fichtenwald hin und wider mit lieblichen Aus­blicken auf Ansiedlungen, ins Tal oder … auf eine Nebelwand.

Der alte Fichtenwald wird immer wieder von Arealen toter, z. T. gebrochener Bäume durchsetzt. Hier haust der Borkenkäfer. Die zunehmend warmen und trockenen Sommer bieten ihm beste Lebensbedingungen. Ab 20 °C wird er aktiv. Durch die Monokultur werden die Bäume zusätzlich geschwächt: Sie leben von den Bachflohkrebsen und diese wiederum von Laubbäumen. Bestes Rezept gegen Waldsterben ist Waldumbau, also Mischwald. So finden sich reichlich junge Buchenpflanzungen, die wiederum gegen Wildverbiss einge­zäunt werden müssen. Durch die viel zu vielen Forstwege sind die Rückzugs­gebiete und Ruhezonen für das Wild zu klein. Der gesamte Hochharz ist als Naturpark geschützt und gehört zu den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Die zweite Hälfte unserer Etappe führte an künstlichen Gräben, Dämmen und Teichen entlang – einem Teil des „Oberharzer Wasserregals“ (Jura regalia = königliches Recht), das aus 870 km Gräben, 120 Teichen und Dämmen besteht. Seit 968 wurde im Harz Bergbau betrieben; bis einschließlich 1988 hat man in Rammelsberg bei Goslar Silber-, Blei-, Kupfer-, Zinkerze und Schwerspat gefördert. Das an der Oberfläche lagernde Silber war ursprünglich durch das Scharren von Pferdehufen zufällig freigelegt worden.

Im 16. Jh. weitete sich der Bergbau auf die Regionen um Clausthal, Grund, Harzgerode und Stollberg aus. Die Gräben waren so angelegt, dass das Wasser immer fließt, um in den Bergwerken Schöpfräder anzutreiben, die die Gruben grundwasserfrei hielten, bzw. das gebrochene Erz aus der Grube förderten oder aus tieferen Stollen heraus spülte. Für das Erzschmelzen be­durfte es Holz, so fiel der Mischwald des Harzes hauptsächlich im 15./16.Jh. dem Raubbau zum Opfer. Schnell nachwach­sen­des Holz waren Fichten – die heute anfällige Monokultur, die auch wenig Licht auf den Waldboden durch­lässt und so auch der niederen Pflanzenpopulation nur geringe Chancen gewährt. Ackerbau war in den Hochharzregionen verbo­ten, da das Wasser für den Bergbau benötigt wurde.

Da im 16. Jh. die Harzbevölkerung durch die Pest stark dezimiert wurde, sie­delte man bergbauerfahrene Gastarbeiter aus dem Erzgebirge an. Aus dieser Zeit hat sich im Hochharz der erzgebirglerische Dialekt erhalten. Die Bergleute genossen Bergfreiheit, sie brauchten keinen Zieh- oder Frohndienst zu leisten, stattdessen Gräben, Teiche und Dämme anlegen, die heute unter Denkmal­schutz stehen, vorbildlich gewartet werden und mit ausführlich beschrifteten Hinweistafeln versehen sind.

Wir passierten in der Nähe des Feriendorfes Buntenbock die Schmalstelle zwischen Ziegenberger und Bärenbrucher Teich und wanderten schließlich über den Sperberhaier Damm, der einen Graben abdeckt, bis zu unserem Tagesziel nach etwa 15 km am Sperberhaier Dammhaus. Als Belohnung konn­ten wir uns hier an leckerem selbstgebackenem Kuchen oder den in dieser Gegen berühmten Riesenwindbeuteln laben.

In der Zwischenzeit brachte ein Taxi die PKW-Fahrer zurück nach Osterode, um unsere PKW abzuholen und uns wieder alle ins Quartier zurück­zutrans­portieren. Zur Lockerung der vom langen Gehen strapazierten Beinmuskulatur schloss sich eine dreiviertelstündige Bewegung und Stretching nach Salsa-Rhythmen an. Schließlich verwöhnten uns unsere Hütteneltern, das Ehepaar Schütz, mit einem gelungenen Drei-Gänge-Menü. Bei reger Unterhaltung und fröhlichen Kartenspielen klang der Tag aus.

Herbert Hanno: Dienstag, 27.04.2010

Gut gefrühstückt geht die Fahrt mit eigenen PKW zum Sperberhaier Damm­haus, von wo aus unsere heutige Wanderung beginnt. Die Stimmung ist her­vor­ragend, das Wetter gut, und so steht einer schönen Wanderung nichts im Wege. Zunächst wird eine Landesstraße überquert, um dann auf dem Hexen­stieg fortzufahren, die erste Etappe war ja bereits am Vortage bewältigt, es handelt sich um einen moderaten Wanderweg ohne größere Schwierigkeiten. Das Gelände ein wenig hügelig, bewachsen mit Fichten, also Monokultur, führt der Weg entlang des Dammgrabens, bis die so genannte Eisenquelle passiert wurde. Der Dammgraben gehört zu einem einzigartigen eigens für den Harz aus­geklügelten Wassersystem, welches früher für den Bergbau genutzt wur­de, um Lasten zu bewegen. Vorbei an der Eisenquelle gelangen wir zum Sil­be­rbrunnen, welcher aus dem Jahre 1050 stammt. Es ist inzwischen 11:15 Uhr geworden und an der Zeit, eine kleine Pause einzulegen, damit ein Imbiss erfolgen kann. Es sei auch noch erwähnt, dass das Dammgrabensystem auch für die Versorgung mit Trinkwasser für Clausthal vorgesehen war und ist.

Wir befinden uns in etwa auf einer Höhe von ca. 600 üNN und erhaschen an einer Wegbiegung einen wunderbaren Ausblick auf Altenau, eine Kleinstadt im Harz, auch hier wird eine Trinkpause eingelegt. Dann folgen wir wieder dem Dammgraben und erreichen eine Schutzhütte für Wanderer, auf der gegen­überliegenden Seite befindet sich ein Denkmal, es erinnert an Gefallene des 1. Welt­krieges. Weitere 15 Minuten später ist die Wiege des Dammgrabens er­reicht, hier treffen sich Nebentaler Wasserfall und Nabetaler Graben und vereinen sich zum Dammgraben. Weiter führt die Wanderung auf dem Mag­deburger Weg, der schon fast „alpin“ ist, aber eine schöne Abwechslung zum bisher gegangenen Wegstück darstellt. Es bieten sich uns in der Landschaft steinige Felsen, teilweise bewachsen mit Moosen und Flechten, ein wunder­schöner Anblick. Nach einer gewissen Zeit wird ein großer Parkplatz erreicht, den es zu überqueren gilt, um dann einem Teilstück der Straße Torfhaus-Altenau zu folgen, um zum Torfhaus zu gelangen. Hier wird eingekehrt im „Cafe Hubertus“, wo wir es uns bei Kaffee und Kuchen gut gehen lassen. Der Schlager ist der Riesenwindbeutel mit Kirsch- und Sahnefüllung. Rosi, die immer an alles denkt, lässt von uns noch eine Karte unterschreiben, als klei­nen Gruß an unsere Helga Henningsen, die leider aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein kann.

Dann ist es auch schon soweit, wir brechen auf, um das letzte Teilstück des Weges für den heutigen Tag zu bewältigen. Er führt uns durch bewaldetes Ter­rain auf teilweise vereistem Schnee bis nach Oderbrück-Nord, wo sich unsere Unterkunft befindet. Zu erwähnen wäre noch, dass sich Einige im Ge­meinschaftsraum einfinden, um gemeinsam mit Elisabeth einige gymnastische Übungen zur Entspannung der Muskulatur zu machen.

Nachdem sich alle geduscht und frisch gemacht haben, finden wir uns zum gemeinsamen warmen Abendessen ein, welches allen vorzüglich schmeckt. Dann geht es zum gemütlichen Teil des Abends über. Es bilden sich verschie­dene Gruppen, die einen finden sich zusammen, um Spiele zu spielen, die anderen ziehen es vor, sich zu unterhalten. So klingt der Abend in Einklang aus, wieder ist ein schöner Tag zu Ende, bei schönem Wetter in einer herr­lichen Landschaft mit einer vielfältigen Natur.

Reiner Tröger: Mittwoch, 28.04.2010

Zu Beginn meiner Zeilen möchte ich mich bei Elisabeth Rohde bedanken, die sich für meine Teilnahme, ich bin aus Brandenburg, in Flensburg beim DAV eingesetzt hat.

Die vergangenen drei Tage sind nicht nur angenehm und landschaftlich schön und erlebnisreich gewesen, sondern ich habe in meinem 71-jährigen Leben noch niemals in so wenigen Tagen so viel gelacht und Freude mit 17 Wan­derern gehabt. Die Abende wurden für uns (sechs Personen) mit dem aus Dänemark stammenden Kartenspiel „Esele“ gefüllt. Wir sechs Personen fielen auf durch teilweise explosives Lachen, manchmal alle sechs gemeinsam, so dass der Tagesraum mit freudig erregten lachenden Wanderern oft bis 23:00 Uhr gefüllt war. Der Schreiber dieser Zeilen ist bis heute das auffallende „Esele“. Nur gut, wir haben noch drei Abende vor uns und ich bin noch lernfähig!

Natürlich sind wir am 25.04. nicht hier angekommen, um den „Esele“-Meister zu ermitteln. Täglich Wandern ist das Ziel dieser Woche, das ist selbst­ver­ständlich für den DAV Flens­burg. Die dritte Etappe, über die ich kurz berichten werde, hatte folgende Parameter: 1. Länge = 24 km, 2. Höhenunterschiede = 340 m bis zu Brocken, abwärts 600 m bis „Drei Annen Hohne“, eine einla­dende kleine Ansied­lung. Ein Brockenbesuch ist nahezu zu jeder Jahreszeit erlebnisreich. Be­son­ders aber bei schönem Wetter und im Winter. Interessant ist, dass der Fernsehturm auf dem Brocken der zeitlich erste der Welt ist. Berichtenswert ist auch, dass bis jetzt immer 18 Wanderer abends geschafft, aber froh waren, dass sie teilgenommen haben. Der Nationalpark Harz hat eine gute Ziel­setzung, die mit vier Wörtern alles ausdrückt: „Natur Natur sein lassen.“

Ich bin ziemlich sicher, drei schöne Tage und Abende lie­gen noch vor uns, wir 17 Wan­derer bedanken uns für die gute Organisation der not­wendigen Akti­vi­täten. Vielen Dank für deine Mühe und Ar­beit, liebe Bergfreundin Rosi Gerlich aus Flensburg.

Helga Grube: Donnerstag, 29.04.2010

Um 07:00 Uhr sitzen alle frisch am Frühstückstisch, in Vorfreude auf die heutige Wanderung. Um 08:00 Uhr starten wir. Mit fünf PKW geht es im Konvoi zum Königshütter Wasserfall. Bis auf die Fahrer steigen alle aus. Die Fahrer bringen nun die Autos nach Altenbrak und kommen mit nur einem PKW zurück. Alle anderen nutzen die einstündige Pause, um den Wasserfall zu bewundern, die Pflanzen zu inspizieren oder gemütlich zu schnacken. Um 10:30 Uhr beginnt dann die Wanderung.

Die ersten Fotos werden direkt im Ort von den lebensgroßen Hexen gemacht, die in vielen Gärten stehen. Für uns immer wieder ein lustiger und unge­wohn­ter Anblick. Ausrangierte Kleidungsstücke werden ausgestopft, als Gesicht dient eine Hexenmaske. Noch Schuhe an und einen Besen in die Hand, so sitzen, hängen oder stehen die Figuren in den Gärten oder am Haus. Eine nette Tradition zur Walpurgisnachtzeit.

Bei Königshütte fließen die Warme und die Kalte Bode (beide entspringen am Fuße des Brocken, nördlich von Braunlage) zusammen in die Bode, deren Verlauf wir für den Rest unserer Wanderung folgen. Unser Weg führt uns an dem circa 2,5 km langen Überleitungsbecken entlang, worin die Bode gestaut ist. Sie ist Teil eines Talsperrensystems, das 1936-1959 erbaut wurde. Zu den  insgesamt sechs Talsperren mit 498 Hektar zählen auch die Rappbode- und Wendefurther Talsperre. Sie verhindern Überschwemmungen, die sonst bei Schneeschmelze oder starken Niederschlägen immer wieder Gefahr für die Bewohner bedeuteten. Außerdem wird das Wasser nun wirtschaftlich genutzt. Am Weg stehen regelmäßig Schilder mit der Aufschrift „Trinkwasser­schutz­gebiet“, denn das Wasser des Bodetalsperrensystems liefert Trinkwasser bis Halle, Magdeburg und ins „Sekt-Örtchen“ Freiburg. Etwa zwei Millionen Men­schen im mitteldeutschen Raum erhalten Trinkwasser aus dem Harz. Auch Ang­ler nutzen das Wasser. Von etwa 25 vorkommenden Fischarten sind 14 geschützt. Wir sehen viele Karpfen, als wir von der Staumauer ins Wasser schauen.

Unser Weg führt uns südlich an der Bode entlang. Nördlich der Bode lag früher auf einem 479 m hohen Bergsporn die Susenburg, von der leider kaum noch Reste erhalten sind. Mit dem Fernglas sehen wir nur eine Bank, von der man sicherlich eine schöne Aussicht genießen kann.

Etwas später sehen wir auf unserem Waldweg nach Rübeland große helle Schotterberge, auf deren Hängen vereinzelt mittelgroße Bäume wachsen. Diese Abraumhalden waren leider alles, was wir von den Felswerken sehen konnten. Hier wird seit 100 Jahren Kalkstein im Tagebau abgebaut. Die Lager­stätten entstanden im Devon vor etwa 350 Millionen Jahren. Heute wird der Kalk als Baustoff, zur Wasseraufbereitung und zur Abgasentschwefelung ge­nutzt sowie zur Herstellung von Papier, Seife, Soda, Leder, Farben, Kunst­stoffe, Glas, Zahnpasta, Kosmetik, Arzneimittel, Zucker und anderer Lebens­mittel.

Durch das Tiefenbachtal wandern wir bergab nach Rübeland, wo wir es uns bei herrlichem Frühlingswetter am Wegesrand auf einem Holzstapel gemütlich machen und unsere Brote essen. Leider haben wir keine Zeit, die Hermanns­höhle und die Baumannshöhle zu besichtigen, für die der Ort bekannt ist.

Gestärkt geht es auf dem Philosophenweg weiter bis Neuwerk. Hier überque­ren wir die Bode und gehen auf der anderen Bodeseite einen besonders schö­nen Weg entlang. Fasziniert sind alle von den vielen Frühlingsblühern, die am Wegesrand stehen. Ständig wird fotografiert, werden die Namen diskutiert, ent­deckte Pflanzen gezeigt. Dazu gehörten: Buschwindröschen, Milzkraut, wei­ßer Sauerklee, Huflattich, Leberblümchen, Veilchen, Lauchkraut, Lerchen­sporn, Scharbockskraut, Hahnenfuß, Schuppenwurz, Schlüsselblumen.

Später wird aus der lieblich dahinplätschernden Bode der Rappboder Stausee. Bis wir die 43 Meter hohe Staumauer in Wendefurth überqueren, müssen wir noch schweißtreibend eine Anhöhe erklimmen, von der wir einen schönen Ausblick auf die Rappbodetalsperre haben. Sie ist mit 106 Metern die höchste Schwergewichtsmauer Deutschlands. Kurz vor Wendefurth treffen wir Sigrid, die wegen ihres geschwollenen und schmerzhaften Fußes in Rübeland ihre Wanderung begonnen hatte und nun hier auf uns wartete. Kurze Zeit später erreichen wir Wendefurth und somit das Ende des Bodetalsperrensystems. Die zwei übereinanderliegenden Kontrollgänge im Inneren der letzten Stau­mauer können sogar besichtigt werden. Uns zieht es aber magisch „Zum Fischer“, einem Restaurant. Hier füllt ein unermüdlich netter Mitarbeiter unsere leeren Wasserflaschen auf, wir stärken uns mit Kuchen und Kaffee.

Die letzte Wanderstrecke für heute führt uns durch das Mühlental. Die Bode ist wieder plätschernd neben uns. Alle freuen sich, als sie die geparkten Autos entdecken, denn es war ein langer Wandertag.

Max Schwermann: Freitag, 30.04.2010

Also, ich bin kein Teilnehmer dieser Wanderwoche, ich kann nämlich noch gar nicht wandern, aber schon ein paar Schritte ganz alleine gehen, und ich bin der Lieblingsenkel von meiner Oma Rosi und durfte deshalb mit meiner Mama nach Oderbrück fahren, weil wir drei gemeinsam die Walpurgis in Schierke erleben wollten.

Angst vor diesen Schabracken? Max doch nicht!

Als Mama mich also am Freitag von der Krippe abgeholt hat, hatte ich noch gar keinen Mittagschlaf gemacht, den mache ich doch sonst immer in der Krippe, auf jeden Fall war ich dann so müde, dass ich sofort im Auto ein­geschlafen bin und als ich wieder aufgewacht bin, sind Mama und ich gerade in Oderbrück angekommen, naja und als wir dort angekommen sind hatte ich großen Hunger, zum Glück hat Herr Schütz einen Kuchen gebacken und dazu gab es für die Erwachsenen noch Kaffee, für mich nur Saft, danach sind wir dann endlich nach Schierke gefahren, Mama hat gesagt, dass da ganz viele Hexen sind, aber zuerst mussten Mama und Oma komische Armbänder kaufen, ich brauchte keins, vielleicht haben die mich in meinem Kinderwagen nur nicht gesehen, wie auch immer, als wir dann endlich im Kur­park waren, haben wir auch ungefähr genau gaaaanz viele Hexen gesehen, die wollten mich alle mitnehmen und essen, haben die Hexen gesagt, warum weiß ich gar nicht, denn es gab doch soviel zu essen, wie das leckere Brot, was Mama unbedingt mit nach Hause nehmen wollte, und der Zauberwein hat mir auch sehr gut geschmeckt, doch irgendwas hat der Zauberer falsch gemacht, denn bei uns hat der Zauber nicht gewirkt, naja der Hexer wird es schon noch gemerkt haben, und besonders gut hat mir die Musik gefallen zuerst von der Band Cradem Adventure, die haben auf den Dudelsäcken Musik gemacht, nächstes Mal nehme ich meine Gießkanne mit und zeige denen mal, wie man lustige Musik macht, plötzlich hat der Zaubertrank wohl doch gewirkt, als die Band Blocksperga gespielt hat sind Jutta, Mama und Oma ganz komisch hin und her gehüpft und ich musste ganz doll lachen, die sahen wirklich witzig aus, doch dann sind wir wieder Hexen gucken gegangen und haben drei riesige Hexen gesehen, die hatten ganz lange dünne Beine wie Stelzen, und dann beim Hexenumzug gab es ganz viel Gedrängel, denn jeder wollte den besten Blick auf die Hexen haben, die auf der einen Straße vorbeigegangen sind, und so war ich ganz vorne mitten drin und überall wo was los war zugleich, das war ein Spaß, doch das große Feuerwerk zum Abschied von dem Winter habe ich nicht mehr mitbekommen, weil Mama und ich noch einen weiten Weg nach Hause hatten, den ich auch wieder ver­schla­fen habe.

Ob der Schnee nun weg ist, den wir vor der Wanderhütte in Oder­brück gese­hen haben, und wo die Hexen herkommen und wo sie nun sind, das alles werde ich im nächsten Jahr rausfinden.

Peter Erichsen: Samstag, 01.05.2010

Heute werden wir das letzte Teilstück auf dem Hexenstieg wandern. Ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass wir wieder gutes Wetter haben werden. Nach dem wie immer reichhaltigen Frühstück starten wir – heute mit fünf PKW – um 09:00 Uhr nach Altenbrak an der Bode. Anne, Gerd, Günter und ich haben es übernommen, die Wanderer jeweils zum Start zu fahren. Da wir auch heute wieder mit eigenen Fahrzeugen zu unserem Quartier zurückfahren wollen, nimmt auch Trude ihr Fahrzeug mit. Nachdem wir die Mitfahrer zum gestrigen Ziel und dem heutigen Start haben aussteigen lassen, fahren wir mit allen Fahrzeugen nach Thale. Unterwegs staunen wir über die vielen Obstbäume in Wiesen neben der Fahrstrecke. Zum Teil sind es regelrechte Obstbaum­plan­tagen. Alles in voller Blüte. Neben den Kernobstbäumen blühen sogar schon Birnen- und Apfelbäume. Selbst Rapsfelder beginnen, ihre Farbenpracht zu zeigen. Ein Extra-Erlebnis für die Fahrer. Wir nehmen dieses Geschenk gerne an.

In Thale parken wir unsere Fahrzeuge in der Nähe des Bahnhofs auf einem Parkstreifen am Friedenspark. Trude nimmt hier die übrigen Fahrer auf und fährt uns zurück nach Altenbrak. Diese Fahrt zeigt uns eine weitere Schönheit dieser Landschaft. Entgegen unserer ursprünglichen Absicht, auf gleichem Weg zurückzufahren, kommen wir auf die Strecke, die näher an dem Fluss Bode liegt, die sich hier in grauer Vorzeit mit viel Geduld einen Weg in den felsigen Untergrund geschnitten hat. Die Landstraße nach Thale hatte die Strecke im möglichst ebenen Gelände zugewiesen bekommen. Unsere jetzige Nebenstrecke mit Serpentinen scheut sich nicht, Höhen und Tiefen zu über­winden. Trude erweist sich als routinierte Fahrerin in dieser „Gebirgs­land­schaft“. So wurde auch diese Fahrt durch den frisch belaubten Wald, in dem sogar einige Kastanien schon ihre Blütenkerzen angezündet haben, zu einem besonderen Erlebnis.

In Altenbrak haben die übrigen Wanderer geduldig auf unsere Rückkehr gewartet. Um 10:00 Uhr geht’s los. Wir haben heute mit 14 km eine verhält­nis­mäßig kurze Wanderstrecke vor uns, die gleichzeitig den geringsten Höhen­unterschied mit 126 m aufweist – laut „Offizieller Führer Harzer Hexenstieg“. Dass es hier neben der talwärts fließenden Bode bergab geht, spürt man durch die häufigen kleinen Auf- und Abstiege auf dem sehr gut ausgebauten Weg kaum. Bei Altenbrak fließt die Bode auf einer Höhe von etwa 280 m über dem Meeresspiegel. Die Höhenlinien in der Wanderkarte zeigen für die umge­bende Landschaft meist 400 m an, die aber von einigen „Gipfeln“ überragt werden. Das wildromantische Bodetal gilt als das tiefste Felsental nördlich der Alpen. Unser Wanderweg verläuft größtenteils südlich der Bode. Stellenweise ist zwischen dem Flussbett und den seitlichen Felswänden auf unserer Süd­seite gerade noch Platz für den Wanderweg. Wir genießen auf unserer Strecke die ständige Begleitung durch den Fluss und sind dankbar dafür, dass das frische Laub an Büschen und Bäumen jetzt am 1. Mai noch so viel Platz lässt, dass wir meist „durch das Laub hindurchsehen“ können.

Bei Treseburg treffen wir um 11:00 Uhr ein und gönnen uns hier eine halbe Stunde Pause. Man meinte schon vorher, dass es nach der kurzen gewan­der­ten Strecke doch weitergehen könne, aber in gewissen zeitlichen Abständen verschwinden immer wieder einige, um auf der anderen Flussseite in einem kleinen verschlossenen Raum noch mal allein sein zu können. Aber, wir haben doch Zeit und sind nicht auf der Flucht. Auf unserem weiteren Weg kommen wir hier in das Naturschutzgebiet Bodetal. Am Wege bieten gut gemachte 21 Hinweistafeln interessante Informationen, überwiegend zu geologischen Be­son­derheiten. Immer wieder, so auch beim Aussichtspunkt „Sonnenklippen“, ist Schiefer ein Thema. Das ist doch mal ein Gestein, mit dem auch ein Geo­logie-Laie etwas anfangen kann; insbesondere, wenn er zu der Generation gehört, die auf Schiefertafeln ihre ersten Schreibübungen gemacht hat. Ein Teil unseres Weges ist sogar als „Geologischer Lehrpfad“ ausgebaut. Es wird jedoch auch auf die Eibe als dem ältesten Baum des Harzes aufmerksam gemacht. Wir entdecken dieses Gewächs am felsigen Hang über unserem Weg.

Nachdem wir den Felsrücken des „Langen Hals“ erklommen haben, genießen wir an einer Bodeschleife mal wieder die schöne Aussicht. Bald darauf steigen wir über etliche Stufen und vier Serpentinen hinab zum „Naturwunder Bode­kessel“, in dessen Wänden man Auswaschungen erkennt. Früher, als Holz auf der Bode zu Tal geflößt wurde, war diese Engstelle problematisch, weil sich das Holz hier leicht verkeilte. Daher hat man 1784 dort einen Teil des Felsens weggesprengt. An der Teufelsbrücke, über die wir die Flussseite wechseln, verengen sich die Felswände zu einer Klamm. Ein besonders interessanter Wegabschnitt. Bald danach stellt sich für uns die Frage, ob wir die Wanderung um weitere interessante Wegeabschnitte erweitern wollen. Hinweisschilder zeigen an, dass man nach links noch zum Roßtrappen-Felsen aufsteigen kann. Über 18 Kehren – über die Schurre – könnte man den Höhen­unter­schied vom Bodetal zur Höhe überwinden. Außerdem besteht die Möglichkeit, zum „Hexentanzplatz“ auf der gegenüberliegenden Flussseite aufzusteigen. Beides dürfte Schweiß kosten und einen nicht unerheblichen Zeitaufwand erfordern. Wir verzichten und entschließen uns, nach dem „Zieleinlauf“ in Thale noch gemeinsam in das ca. 12 km entfernte Quedlinburg zu fahren.

Vorher passieren wir aber noch die gut gefüllten Lokale am Wegesrand. Sie sind offensichtlich auch bei denen beliebt, die nicht unbedingt wandern wollen. Vorbei geht’s es auch an den Talstationen der Seilbahn hinauf zum Hexen­tanz­platz und des Sessellifts zur Roßtrappe. Auch diejenigen, die sich oben gern umgesehen hätten, verzichten zugunsten der Fahrt nach Quedlinburg. Wir kommen ebenfalls vorbei an einem zwischen Bäumen installierten Hoch­seil-Klettergarten. Wäre das nicht mal was? Nachdem wir am Parkplatz uns­erer Autos angekommen sind, gehen die wenigen, die noch die entsprechende Energie und Kraft haben, für ein Erinnerungsfoto – Beweisdokument – durch den Friedenspark zum „offiziellen“ Start- bzw. Endpunkt des Hexenstiegs. Nachdem auch dieser Termin abgehakt ist, fahren wir nach Quedlinburg, wo wir um 14:30 Uhr ankommen und für die Parkplatzsuche einige Zeit benötigen.

Quedlinburg mit seinem Stadtrecht aus dem Jahre 994 kann auf eine mehr als 1.000 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Die Stadt ist bekannt für ihre Fachwerkhäuser. Bevor wir diese jedoch gebührend betrachten und würdigen, treibt es uns in ein Café. Ich hätte mir hierfür ein Plätzchen mit schöner Aus­sicht inmitten der Pracht dieser Stadt vorgestellt. Wir landen aber auf einem rundum von Gebäuden umschlossenen Hinterhof. Der gute Kaffee, der wohl­schmeckende Kuchen und der freundliche Service lassen mich aber auch die hier verbrachte Zeit überstehen. Anschließend genießen wir dann in Klein­grup­pen die historische Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen, verwinkelten Gassen und kleinen Plätzen vor der Kulisse des Schlossberges mit der romanischen Stiftskirche und dem Domschatz als Zeugnisse des Quedlinburger Damenstiftes. 1.200 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten soll es hier geben. Seit Jahrzehnten, auch schon zu Zeiten der DDR, wird aufwändig, geschmackvoll und gekonnt saniert. Zahlreiche kleine Tafeln wei­sen auf Sponsoren hin. Auch öffentliche Gelder dürften in beträchtlichem Maße geflossen sein. Ich finde, es hat sich gelohnt. Arbeit gibt es hier sicher noch für weitere Jahrzehnte. „Quedlinburgs architektonisches Erbe steht seit 1994 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und macht die Stadt zu einem der größten Flächendenkmale in Deutschland“ (Zitat aus Wikipedia). Ich finde, die Idee für diesen Besuch war gut, uns hat diese Zeit für die Kultur nach einer Woche in der Natur gut getan.

Wir dürfen an unserem Abschlussabend nicht zu spät „zu Hause“ bzw. in unserem Quartier ankommen, denn Rosi hatte es geschafft, einen Ranger des Naturparkes Harz und Mitglied des Harzklubs einzuladen. Von ihm erfahren wir, dass der Harz ursprünglich keine natürlichen Wasserflächen hatte. Die Bode, die wir heute ausführlich genossen haben, wurde hierbei wegen ihrer Randlage sicher nicht berücksichtigt. Alle Teiche, Wasserläufe und die 28 km Gräben, die wir auf unseren ersten Wanderetappen gesehen haben, wurden künstlich angelegt. Sie dienten alle dem Bergbau, der im Harz 1.000 n. Chr. begann, nachdem ein Pferd beim Scharren mit dem Huf Silber zutage brachte – wie die Sage berichtet. Mit der Planung der sogenannten Wasserregale wurde im 17. Jahrhundert begonnen. Das Wasser diente dem Antrieb der zwischenzeitlich entwickelten technischen Anlagen, zu denen auch die „Fahr­kunst“ gehörte, die es den Bergleuten ermöglichte, schneller und einfacher auch größere Höhenunterschiede zu überwinden. Für die Planung der Was­serführung galt der Grundsatz, das Wasser „hochzuhalten“, damit es mehrfach und effektiv genutzt werden konnte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Bergbau weitgehend eingestellt. Als letztes Werk wurde die Anlage im Rammelsberg im Jahre 2000 geschlossen und dient seitdem als Museum. Der Abraum aus dem Bergbau, der im Laufe der Jahrhunderte ebenfalls zutage gefördert wurde, hat Mengen erreicht, die die Landschaft des Harzes durch die entstandenen riesigen Halden auf Dauer prägen. Pflanzen haben es allerdings schwer, sich auf den Halden, die Quecksilber, Blei und Kadmium enthalten, anzusiedeln.

Wir haben heute an einem sonnigen wohltemperierten Tag viel Schönes gese­hen, erwandert und erlebt. Durch den Vortrag wurden uns interessante Dinge verdeutlicht. Nach einem abschließenden Klönschnack gehe ich daher zufrie­den in mein Bett.

Sigrid Jenderny: Die „Neue“ in einer Gruppe, die sich gut kennt

Eine Woche „Harzer Hexen-Stieg“, und ich habe mich einfach mal angemel­det, wohl wissend, dass ich nicht die Schnellste bin und auch die Entfernun­gen nicht so richtig geübt habe. Schon die Fahrt von Flensburg nach Oder­brück war sehr angenehm; mit Günter, der mir schon telefonisch Mut gemacht hatte (er selbst ist u. a. über die Alpen gewandert) und Gerd (der in Flensburg nur zu Fuß unterwegs ist und nie ohne großen und sehr schweren Rucksack!) verging die Fahrt wie im Fluge.

Das Zimmer teilte ich mit Elisabeth, die morgens aus dem Bett sprang und den Tag mit den „Fünf Tibetern“ begrüßte (jede Übung 21-mal, versteht sich von selbst), und nach jeder Wanderung die Gruppe zu Salsa-Aerobic animierte! Hildegard und Reiner kamen am Ankunftstag etwas später, Hildegard hatte noch kurz nachmittags am Hamburg-Marathon teilgenommen (und ist 4. in ihrer Altersklasse geworden!). Während der Wanderung erzählte sie mir, dass Reiner auf gemeinsamen Touren ja eigentlich immer auf sie warten müsse, er sei „von Natur aus“ so schnell … Von Jutta erfuhr ich, dass eine „Diclofenac“- Tablette sehr hilfreich sein kann, wenn der Fuß dick und rot ist, und Peter meinte, „dass man auch mal über den Schmerzpunkt rübergehen muss“. Heike und ich stellten überrascht fest, dass meine Schwägerin aus Köln und ihre Schneeschuhwander-Kumpanin aus den Alpen ein und dieselbe Person ist (und nicht nur das!), sie und Christel freuen sich schon auf die nächste Super-Schiffstour in den hohen Norden! Anne überraschte mich auf fast allen Touren mit Gesang und Poesie, ganz toll!, und sie ist abends die leiden­schaft­lichste Spielmaus von allen gewesen (vielleicht hart gefolgt von Helga, die auch so gut Karten mischen konnte). Hoch her ging es am Nachbartisch beim „Esel-Spiel“ – dänische Ausgabe! –, und Reiner hat sooo gelacht und alle haben so viel Spaß gehabt! Am anderen Tisch war die Herren-Runde mit Gerd und Gerd und Günter und Lorenz und Herbert, und nur ein Gerd hat Tee getrunken … Lorenz ist Norland-Fan und schon auf dem Kungsleden gewan­dert, vielleicht geht er noch mal in den Sarek-NP? Und Trude ist – natürlich – Alpenfan und hat mir unterwegs von einer sehr beeindruckenden Tour erzählt, ich habe nur gestaunt, was man so alles machen kann. Tja, und Rosi hat das alles ganz fröhlich und ganz toll gemanagt, und wir haben uns alle gefreut, dass auch „Mäxchen“ da war und mit uns die Hexen und das hexische Treiben in Schierke genießen konnte! Und die übrigen neun Fernwanderwege warten!

Vielen Dank, dass Ihr alle mich so nett in die Gruppe integriert habt! Wenn mein Fuß wieder fit ist, werde ich mal Ausdauer trainieren und hoffe, auch sonntags mal eine Wanderung mit Euch zu machen! Übrigens: Ich vermute, Ihr habt Euch alle mir gegenüber zehn Jahre älter gemacht, als ihr wirklich seid – alles andere wäre Hexerei!!!

Rosi Gerlich: Sonntag, 02.05.2010

Heute hieß es nach einem wiederum reichhaltigen Frühstück Koffer packen und Zimmer sauber machen. Noch am Frühstückstisch ergriff Elisabeth das Wort, fand einige sehr nette Worte zu dieser gut gelungenen Wanderwoche und auch des Dankes an mich für die gute Organisation. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Besonders gefreut hat mich natürlich auch das Trinkgeld von den Teilnehmern, für das ich noch einmal ganz herzlich „Danke“ sage.

So eine Wanderwoche zu planen, kostet viel Zeit, und sie durchzuführen, kostet hin und wieder ein paar Nerven. Wenn aber alles so gut geklappt hat, wie auf dieser Tour, dann hat sich der Aufwand gelohnt. Ich freue mich, dass es den Teilnehmern ausnahmslos gefallen hat. Und wer wieder einmal mit­kommen möchte, dem kann ich jetzt schon verraten: Ich habe mir vorge­nom­men, alle zehn „Top-Trails“ Deutschlands zu gehen und dazu Interessierte mit­zunehmen. Und die Planung für den zweiten Trail im übernächsten Jahr hat bereits begonnen!

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Die nördlichste Sektion Deutschlands: Kaum Berge, dafür mehr Meer.