Donausteig

Wandern auf dem Donausteig
vom 26.04. bis 03.05.2015

Rosi Gerlich: Meinen diesjährigen Frühjahrs-Wanderurlaub bot ich wieder als Sektionstour an. Begleitet wurde ich von neun Damen und einem Herrn. Am Sonntag, dem 26.04.2015, starteten wir bereits um 07:00 Uhr mit der Bahn ab Flensburg via Hamburg und Würzburg bis nach Linz. Linz ist die Landeshauptstadt von Oberösterreich und mit etwa 200 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Öster­reichs nach Wien und Graz. Im Jahre 2009 war Linz neben Vilnius Kultur­hauptstadt Europas. Die Linzer Torte, deren Rezept als das älteste bekannte Tortenrezept der Welt gilt, wurde nach dieser Stadt benannt. Bei sommer­li­chen Temperaturen erlebten wir einen gemütlichen Abend am Ufer der Donau, die wir die nächsten vier Tage nur noch zweimal zu sehen bekom­men sollten. Über die einzelnen Wandertage berichten fünf Mitwanderinnen, denen ich für ihre Berichte herzlich danke.

Elisabeth Rohde: 26./27.04.2015 – Anreise und von Linz nach Enns

26.04.: Erster Tag war Reisetag mit der erfreulicherweise pünktlichen DB; Um­steigen in Hamburg und Würzburg. In Linz, unserem Ziel, empfängt uns um 17:43 Uhr herrlicher Sonnenschein. Nach Quartiernahme im Hotel „Schwarzer Bär“ erkunden wir die nahe, einladende Altstadt mit ihren gut frequentierten Straßen-Cafés. Linz liegt im Linzer Becken an den Ausläufern des Böhmer Waldes. Wegen der strategisch guten Lage am Donauknie, siedelten hier bereits die Kelten. Schließlich wurde die Ansiedlung als „Lentia“ (799 in einer Urkunde erwähnt) am Schnittpunkt der Handelswege nach Böhmen, Italien und Wien ausgebaut. Im Mittelalter war die Stadt ein wichtiges Handels­zentrum. 1497 erlaubte der König den Bau der ersten Donaubrücke. 1787 wurde Linz Bischofssitz. Heute verzeichnet Österreich hier ein bedeutendes Industriezentrum mit ausgedehn­ten Hafenanlagen an der Donau. Der größte mittelalterliche Stadtplatz Öster­reichs ist der Mittelpunkt der schönen Altstadt (220 m lang, 60 m breit). Er um­gibt sich mit herrlich restaurierten Häusern des Barock und der Renaissance. In der Platzmitte erhebt sich, weit sichtbar, die reich geschmückte, barocke Dreifaltigkeitssäule von 1723. Sie wurde von den Bürgern als Dank für abge­wendete Pest-, Feuer- und Kriegsgefahr errichtet. Der Platz ist im Sommer Bühne für die freitäglichen Open-Air-Konzerte. Un­weit von unserem Hotel be­eindruckt ein weiträumiges, palastartiges Gebäude im Renaissancestil mit arka­den­artigen Innenhöfen und einem prächtigen Portal, durch das man die Altstadt erreichen kann. Es ist der Sitz der Ober­österreichischen Landes­regierung. Im hier einstigen Kollegium lehrte von 1612 bis 1626 der Astronom Johannes Kepler. Im Alten Dom findet sich die Bruck­ner-Orgel, die von 1856 – 1868 der Komponist Anton Bruckner als Organist bespielte. Viel Zeit wäre noch für Schloss, Kirchen, Museen und zeitgenös­sische Sehenswürdigkeiten erforderlich, aber wir sind auf einem Wanderweg und so ist …

der 27.04. unser erster Wandertag: Das Stadtzentrum von Linz verlassen wir mittels einer halbstündigen Straßenbahnfahrt an den Stadtrand Richtung Süd-Osten, entfernt von unserem Leitfluss Donau. In der Straßenbahn fällt mir erst­mals die offenbar recht gute Erziehung der jungen Leute auf: Ohne zu zögern erhebt sich eine junge Frau von ihrem Sitz, als wir Grauköpfe die Bahn betre­ten! Nun wandern wir frohgemut durch eine sonnenbeschienene Land­schaft aus sanften Hügeln und ausgedehnten Feldern. Hinter fast jedem Hügel tau­chen ein Dörfchen oder einzelne, fast burgen­artige Höfe auf, sog. Vierkant­höfe. Am Wegesrand oder auf dorfnahen Wiesen (Obst­streuwiesen) blühen bevorzugt Birnbäume. Ihre Früchte werden der hier vorherr­schenden Most­produktion zugeführt. Der weitschweifende Blick wird hier kaum durch Wald begrenzt. Unser Interesse wendet sich vielfach den frühlingsfreudigen Blüh­wundern der Feldraine zu. Gelegentlich entdecken wir auch Unbekanntes auf Feldflächen. Über ein möhren­arti­ges Kraut klärt uns ein auf seinem Feld arbei­tender Bio­bauer auf: Es han­delt sich um Küm­mel, der in der sieben­fa­chen Fruchtfolge des Bio-Feld­baues verwen­det wird. Die Frucht­folge dient der na­tür­­lichen Schäd­lings­be­kämp­­fung. Neben den be­kann­ten Feldfrüch­ten, wird hier auch „Lein­dotter“ an­ge­baut. Aus seinen Sa­men wird ein wohl­schme­cken­des, nus­si­ges Öl mit vielen Omega-3-Fett­säu­­ren ge­presst.

Donausteig1 Elisabeth BBUnser Weg führt weiter hügel­aufwärts nach Rohrbach, wo uns aus der Senke die barocken Laternen der Türme von St. Florian grüßen, die gewaltige Anlage des Augustiner Chorherrenstiftes. Chorherren betreiben Seelsorge und Wis­sen­schaft und haben eigene Ordensregeln. Zurzeit bewohnen das Stift noch 38 Chorherren, die Seelsorge in umliegenden, stifteigenen Pfarreien be­treiben. Der bereits in Linz erwähnte Komponist Anton Bruckner wurde in der Nähe des Stiftes geboren; war Mitglied der Florianer Sängerknaben und später Dom­organist. Nach seinem Tod 1896 in Wien, wurde er in der Gruft unter der Kirchenorgel, der Brucknerorgel, beigesetzt. Durch den Marktflecken Rohr­bach, am Fuße des Stiftes, folgen wir der angeblich verwirrenden Beschil­derung auf dem Marktplatz: Erst später erkennen wir, dass fast gleich aus­sehende Schilder, in ihrer Spitze einmal „ blau“ = Donau-Steig unterlegt und einmal „grün“ = Donau-Runde unterlegt sind. So sind wir heute letztendlich 28 km gelaufen, statt, wie geplant, nur 20 km zu laufen. Alle sind erleich­tert, als wir endlich Enns, die älteste Stadt Österreichs, unser Tagesziel, erreichen. Unser Hotel „Goldenes Schiff“ liegt am belebten Altstadtmarkt. Der Wirt winkt uns einladend heran. Unser Abendessen können wir entspannt in der Abendsonne vor dem Hotel einnehmen.

Anne Dümke: 28.04.015 von Enns nach Perg

Start: Stadtturm Enns in Richtung Donaufähre, über Lorch und Enghagen. Auf unserem Weg irritierte ein Schild: „Radfähre ab 01.05.2015“! Für uns kein Problem, laut „Kleins Wanderreisen“ Fährbetrieb ab 23.04.2015. Unverdros­sen gingen wir unserem Ziel, Donau, entgegen. Das erwartete uns:

Donausteig Anne keine FähreDie Beratung ergab nur eine Mög­lichkeit – auf bekanntem Weg zu­rück nach Enns. Die Ver­lässlichkeit der ÖBB war be­eindruckend, wir ge­langten gut nach Perg. Im „Gasthof Manner“ fanden wir unser vor­gereistes Ge­päck und sehr gutes Quar­tier. Uns war nach Kaffee, den bekamen wir im Nebenhaus, in ei­ner kleinen gemütlichen Kon­di­torei. Aufgewärmt waren wir bereit, Perg zu erkunden. Die Naarn, linker Neben­fluss der Donau, fließt durch Perg und leitete uns zum Kalvarienberg. Ein Ortsrundgang bei Regen nahm uns den Mut zu weiteren Erkundungen. Das gute Abendessen in unserer Bleibe machte uns wieder munter, besonders nach vorzüglichem Glühwein!! Weitere Getränke sorgten für angenehme Bettschwere.

Helga Grube: 29.04.2015 von Perg nach Mitterkirchen

Wie gewohnt geht die Wanderung um 09:00 Uhr los. Bei gutem Wanderwetter geht es kilometerlang schnurstracks geradeaus, immer an dem begradigten Flüss­chen Naarn entlang. Kurz vor unserem Ziel in Mitterkirchen machen wir einen Abstecher zu einer Keltensiedlung. 1980 fand ein Bauer hier bei der Feldarbeit Gegenstände aus der Hallstatt-Zeit (800-450 v.Chr.). Von 1981 bis 1990 wur­den daraufhin umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen. Daraus wurde ein Dorf mit 20 Häusern rekonstruiert, welches nun zu besichtigen ist. Eine Schul­klasse durfte gerade mit ihrer „Frau Lehrerin“ töpfern, und Trude versuchte sich an der Spindel. 2002 wurde das Keltendorf jedoch bei dem großen Jahrhunderthochwasser zerstört und musste neu aufgebaut werden.

Die gesamte Gegend ist von dieser Überschwemmung gezeichnet. 30 km Däm­me und 7 km Schutzmauern wurden errichtet und hatten sich bei der darauf folgenden Hochwasserkatastrophe 2013 schon bewährt. 252 Häuser und Höfe wurden abgesiedelt. Das Dorf Hütting existiert nicht mehr. Viele Bewohner haben in einiger Entfernung neu gebaut, in Neu-Hütting. 144 Mil­lionen Euro kosteten der Damm und 115,5 Millionen Euro die Aussiedelung. Im Dorfcafé von Mitterkirchen und bei unserem Moserwirt konnten wir ein­drucksvolle persönliche Fotoalben der Katastrophe anschauen.

Da unsere heutige Wanderung kurz war, hatten wir noch genügend Zeit, um einen Spaziergang zum Donaukraftwerk Wallsee-Mitterkirchen zu machen. Der Bau erfolgte von 1965 bis 1968 in Trockenbauweise neben der Donau. Nach der Fertigstellung wurde die Donau zum Kraftwerk umgeleitet. (Finde ich genial.) Mit 9,6 m Fallhöhe können 1.318.800 MWh Strom pro Jahr erzeugt wer­den. Unser überaus freundlicher Wirt erklärte uns nach dem leckeren Abendbrot noch seine Destille, wobei wir sein reichhaltiges Angebot auch pro­bieren durften. 2015 erhielt er 18 Medaillen und ist nun „Produzent des Jahres 2015“. Über die Kunst des Destillierens schreibt aber Trude etwas in ihrem morgigen Bericht.

Trude Lamp: 30.04.2015 von Mitterkichen nach Grein

Donausteig DestilleVorweg noch einen Nachtrag zum gestrigen Abend. Nach dem Abendessen hat uns Andreas Moser die hofeigene Destille ge­zeigt und erklärt. Wie bei allen Produkten gilt: Gute Zutaten (Früchte) plus sorgfältige Verar­bei­tung er­geben ein gutes Er­gebnis. Reife Früchte werden gewaschen, zerkleinert, ohne die Kerne zu beschädigen, im Gär­behältnis mit Garhefezusatz ver­goren (Zucker -» Alkohol). Beim Brennvorgang in der Destille ent­weicht der Alkohol durch Erwär­men als Dampf, wird im Zylinder gesammelt, wieder abgekühlt und verlässt als hochprozentiger Alkohol die Destille. Die Kunst des Brennens liegt in der Tren­nung von Vorlauf, Edelbrand und Nachlauf. Anschließend haben wir die Schnäpse verkostet und für gut befunden. So fand das eine oder andere Fläschchen den Weg mit uns nach Schleswig-Holstein.

Der Donnerstag begann heiter, aber kühl. Pünktlich um 09:00 Uhr verabschie­deten wir uns vom Wirt und wanderten vorbei am Keltendorf nach Baum­gar­tenberg. Nach einer kurzen Besichtigung der Stiftskirche, ein reich ge­schmückter Bau aus mehreren Epochen, erwartete uns der erste Anstieg. Oben angekommen, hatten wir einen schönen Panoramablick vom Donautal bis zum hügeligen Hinterland und Alpenvorland. So ging es auf viel Asphalt und weniger Naturwegen den ganzen Tag bergauf und bergab. Um die Mit­tagszeit waren wir an der Burg Clam. Eine Burg, die im 12. Jahrhundert erbaut und seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Clam ist. Bei einer Kurz­führung sahen wir Arkadenhof, Waffenkammer, Apotheke, Kapelle und ein paar altertümliche Wohnräume. Die Burg wird noch immer von der Familie bewohnt. Weiter ging es durch die Klamschlucht, vorbei an schönen Fels­for­mationen, einem romantischen Bachlauf bis zur „Sturmmühle“. Hier hatten wir Mittagspause mit Kunst und Kost. Am Nachmittag begleitete uns Nieselregen durch die hügelige Landschaft mit kleinen Dörfern und Weilern. Nach einem steilen Abstieg durch einen Kahlschlag und Donaublick erreichten wir um 17:00 Uhr und 25,6 km unser Ziel, das Hotel „Zur Traube“ in Grein.

Helga Neumann: 01.05.2015 von Grein nach Sarmingstein

Die letzte Wanderung unseres Donausteigs sollte uns von Grein nach Sar­ming­stein führen. Pünktlich um 09:00 Uhr starteten wir von unserem Hotel, diesmal aber mit geschrumpfter Mannschaft, da einige fußlädiert waren. Der Himmel zeigte sich morgens nicht von seiner besten Seite, aber im Laufe des Tages wurde er einsichtiger mit uns, sogar die Sonne versuchte zeitweise, herauszuschauen, aber auch von leichtem Nieselregen blieben wir nicht ganz verschont. Dafür bekamen wir endlich zur „Belohnung“ die Donau zu sehen, mit deren Blick wir eigentlich täglich gerechnet hatten. Und wie oft wir sie auf dieser Wanderung noch genießen durften, war uns schon fast unheimlich!! Also machte heute unser Donausteig seinem Namen endlich alle Ehre, und die Wanderung führte uns in eine herrliche Landschaft.

Wir erreichten nach ca. 3 – 4 km die Grießenbachmühle, wo gleichzeitig der Ein­tritt in die Stillensteinklamm begann, einer Klamm mit wunderschönen schmalen, auch mal breiteren Wegpassagen und Felstreppen, die von über uns ragenden Felsbrocken gesäumt waren. Immer wieder der rauschende Bach neben uns, der die einmalige Stille zeitweise durchbrach. Ein Salaman­der, eine Smaragdeidechse und eine Wasseramsel fanden unsere Bewunde­rung. Nach ca. 1,8 km war die Enttäuschung groß, dass der weitere Weg wegen noch nicht abgeschlossener Reparaturarbeiten, verursacht durch einen zurückliegenden heftigen Sturm, nicht passierbar war und aus Sicherheits­grün­den gesperrt wurde. So mussten wir uns mit einem Eindruck von der Klamm zufrieden geben und etwas umdisponieren, um bald wieder auf den Donausteig zu gelangen.

In St. Nikola legten wir eine kurze Verschnaufpause ein, bevor der mit 20 % Steigung angegebene, etwas kräftezehrende Aufstieg begann. Zwischen­zeit­lich hatten wir wieder grandiose Ausblicke auf die Donau. Oben angekommen, entdeckten wir bald eine Obstplantage mit einem gepflegten bäuerlichen An­wesen, das uns gleichzeitig eine Moststation bot. Die Bäuerin bewirtete uns mit köstlichem Obstgetränk. Nach kurzem nettem Gesprächsaustausch nah­men wir unsere Wanderung jetzt bergab nach Sarmingstein wieder auf, denn schließlich durften wir nicht unter Zeitdruck gelangen, da nach unserem Plan uns dort eine Zugverbindung um 15:32 Uhr nach Grein zurückführen sollte.

Donausteig DonauInzwischen hatte es leicht zu nieseln begonnen, und unsere Schritte wurden automatisch schneller. Dort angekommen, wurden wir mal wieder eines Bes­seren belehrt, denn zur angegebenen Zeit unseres Reiseveranstalters fuhren weder ein Zug noch ein Bus. So blieb uns keine andere Wahl, als 4 km weiter zu Fuß nach St. Nikola zu wandern, die wir jedoch in einer halben Stunde absolvieren mussten, um den Zug um 16:04 Uhr zu erwischen. Nun war Hektik angesagt, und die noch nicht so Angepowerten gaben den Schritt an zum Leidwesen der lieber gemütlich laufenden Resttruppe. Dort angekommen, fanden wir den Zug schon im Bahnhof vor und man hatte fast den Eindruck, der Lokführer wartete nur auf uns! Die vordere Truppe spornte mit Rufen, klatschenden Händen und auf die Uhr zeigenden Zeichen die leicht zurück­gebliebenen an. Eine stellte sich zwischen die Zugwagentür, um ein automa­tisches Schließen zu verhindern. Es war zum Totlachen, so lustig fanden wir diese Situation. In der letzten Sekunde sprang der Rest in den Zug, und wir gaben den Weg frei zur Schließung der Tür, was auch postwendend geschah. Nach kurzer Zeit waren wir in Grein angekommen, liefen zum Fenster des Lok­führers, der es sofort öffnete und unsere Danksagung mit einem breiten Grinsen im Gesicht entgegennahm. In Deutschland wäre so eine Situation undenkbar gewesen, man muss sie erlebt haben!!! Wir waren tatsächlich die einzigen Zuggäste gewesen. Vom Greiner Bahnhof erreichten wir bald unser Hotel. Wir hatten 24 km Wanderung geschafft, machten uns frisch und genos­sen später bei schmackhaftem Essen und gutem Wein den letzten Abend unserer Wanderreise. Rosi sagen wir unseren herzlichen Dank für ihre gute Führung.

Rosi Gerlich: 02.05.2015 Rückreise mit Stopp in Passau

Am letzten Reisetag fuhren wir zunächst nach Passau. Dort hatten wir zehn Stunden Aufenthalt zur freien Verfügung. Die meisten schlossen sich einer Stadtführung über die Geschichte Passaus an, die von einer zunächst un­scheinbaren, aber dann sehr unterhaltsamen Dame geführt wurde. Vom be­ein­druckenden Dom St. Stephan durch die bezaubernden Gassen der roman­ti­schen Altstadt, vorbei an den Sehenswürdigkeiten wie Rathaus und Residenz ging die Tour auch an die Ufer der Drei-Seen-Stadt (Donau, Inn, Ilz), wo die Ausmaße des fürchterlichen Hochwassers vom 03.06.2013, der zweit­schlimm­sten Flutkatastrophe der Stadt, noch deutlich zu sehen waren. Wir erfuhren aber auch, dass Passau mit Dr. Stefan Oster den schönsten Bischof der Welt hat. Nach dem Stadtrundgang stiegen wir auf die Burg, die 1219 gegründete Veste Oberhaus, für die meiste Zeit die Burg und Resi­denz des fürstli­chen Bischofs vom Hoch­stift Passau. Bei sehr schönem Wetter genossen wir nicht nur die herrliche Aussicht auf Pas­sau, son­dern auch Kaffee und Kuchen bzw. andere Köst­lich­kei­ten. Da un­ser Zug erst um 23:06 Uhr fuhr, hatten wir noch et­li­che Stun­den tot­zu­schlagen, was uns mit einem ge­müt­lichen Bum­mel durch schmale Gas­sen und einem ausgiebigen Re­stau­rantbesuch im Stiftskeller der Hei­lig-Geist-Stift­schen­ke vorzüglich gelang.

Donausteig PassauDie Nacht verbrachten wir im Liegezug bis Hamburg, nach einer längeren Pause den Rest im Regionalexpress nach Flensburg. Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt blieben wir von Streiks verschont, was derzeit keine Selbstverständlichkeit ist: Vor der Reise streikten die Lokführer, während der Reise die Zugbegleiter, nach der Reise dann wieder die Lokführer.

Fazit dieser Wanderreise: Eigentlich sehr schön, aber uneigentlich wird die Be­zeichnung „Donausteig“ dieser Tour nicht gerecht. Lediglich der fünfte und letzte Wandertag bot einen richtigen Steig und den Blick auf die Donau.

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Die nördlichste Sektion Deutschlands: Kaum Berge, dafür mehr Meer.