12-Stunden-Wanderung

Holger Heitmann:

12-Stunden-Wanderung auf dem Fördesteig am 10.10.2015

Sonntagmorgen 06:00 Uhr. 19 Mitglieder des DAV Flensburg und Gäste stehen an der Hafenspitze, etwas fröstelnd, aber gut gelaunt, bereit ein Abenteuer zu beginnen, das vorher noch niemand von ihnen gewagt hat. Nach einer kurzen Begrüßung hört man schon das Scharren der „Hufe“ (Wan­derschuhe), denn nun muss es losgehen.

Dem Sonnenaufgang entgegen (Foto: Gerd Andresen)
Dem Sonnenaufgang entgegen (Foto: Gerd Andresen)

Forschen Schrittes beginnt unsere Wanderung auf dem „Fördesteig“ entlang der Innenförde und der Blick auf die verschlafene Stadt, und das spiegelblank daliegende Wasser motiviert uns zu noch raumgreifenderen Schritten. Die ersten zwei Stunden bringen uns auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 5,5 km/h! Die ganze Gruppe bleibt trotzdem immer dicht beieinander und ist in angeregte Gespräche vertieft. Doch dann nach der ersten Pause kurz nach Meierwik reguliert sich die Gehgeschwindigkeit auf ein gleichmäßiges Wandermaß (ca. 4,3 km/h). Wir folgen dem Weg über Glücksburg und Schaus­ende bis zum „Kleinen Noor“ kurz vor der Holnis-Steilküste. Zweite Pause.

Bockholmwik (Foto: Torben Karges)
Bockholmwik (Foto: Torben Karges)

Der Wind hat aufgefrischt und die vormals glatte See wird zu einem auf­gewühlten Meer und vom Strand treibt das die ersten Kitesurfer in die Wellen. Bei meist sonnigem Wetter gelangen wir über Bockholm nach Bockholmwik, wo wir im Campingplatzrestaurant von dem sehr netten Wirtspaar und ihren Kindern freundlich begrüßt werden. Zwei Sorten sehr gut schmeckender Suppen geben uns für den Nachmittag neue Stärkung.

Leider muss nun auch der bereitstehende „Besenwagen“ (ein abrufbereites Auto, das im Notfall Wanderer einsammeln soll) zum Einsatz kommen. Die erste Teilnehmerin hat sehr starke Knieschmerzen und muss leider aussteigen und abgeholt werden. Die anderen gehen weiter und immer wieder wird ein kleiner Zwischenstopp eingelegt, um die wunderschöne Förde und die Blicke über die freie Ostsee bis nach Dänemark zu genießen und zu fotografieren.

Noch sind keine Müdigkeitserscheinungen sichtbar (Foto: Gerd Andresen)
Noch sind keine Müdigkeitserscheinungen sichtbar (Foto: Gerd Andresen)

Kurz vor Dollerupholz, unsere nächsten Pause, klingt plötzlich eine bekannte Stimme an unser Ohr. Unser DAV-Wanderkamerad Horst Hinrichsen ist von Flensburg hinter uns hergeradelt. Er schaut mal nach dem Rechten und vergewissert sich, dass wir alle noch wohlauf sind. Der „Besenwagen“ muss nun leider auch unseren zweiten „Kniefall“ einladen.

Wir anderen treffen nach 11:56 Stunden pünktlich um 18:00 Uhr in Nor­gaardholz im Restaurant „Zum schwarzen Raben“ ein. Unser „Besenwagen“ inklusive Fahrerin und seinen Insassen erwartet uns. 47 km liegen hinter uns, ca. 2500 kcal haben wir verbrannt, mindestens ca. 117.000 Schritte gesetzt und sind im Schnitt etwa 4,5 km in der Stunde gegangen. Müde aber überglücklich gratulieren wir uns zu unserem bestandenen Abenteuer.

Im Ziel in Norgardholz (Foto: Christa Harmel)
Im Ziel in Noorgardholz (Foto: Christa Harmel)

Das kräftige und gute Abendessen rundet den gelungenen und wunder­schönen Tag ab. Um 20:00 Uhr bringt uns dann ein Bus wieder nach Flensburg zurück und wir trennen uns, nicht ohne intensiv darüber zu diskutieren, welche Route denn die nächstjährige 12-Stunden-Wanderung nehmen soll.

Dass sie wiederholt werden muss, darüber sind sich alle einig!

 

Die nördlichste Sektion Deutschlands: Kaum Berge, dafür mehr Meer.