Annapurna Basecamp

Trekkingtour ins Annapurna Basislager
vom 21.10. bis 11.11.2015

Gerd Andresen:

Während der Vorbereitung zu unserer Reise nach Nepal ereigneten sich am 25. April und am 12. Mai 2015 nahe der Hauptstadt Kathmandu zwei schwere Erdbeben. Es gab tausende Tote und Verletzte, die dem Erdbeben zum Opfer fielen. Viele kulturelle Gebäude in der Hauptstadt sind durch das Erdbeben zum Teil oder sogar komplett zerstört worden, weswegen sich der Tourismus wohl in den nächsten Jahren sehr reduzieren wird. Auf Grund der Berichterstattung äußerten einige der Teilnehmer Bedenken, ob die Reise wohl stattfinden könnte. Nach Anfragen in Kathmandu meinerseits waren die Antworten durchweg positiv und wir beschlossen, die Reise durchzuführen.

Am 21.10. trafen sich sieben DAV-ler am Flensburger Bahnhof, um nach Nepal aufzubrechen. Die Verabschiedung durch Vereinsmitglieder, Familienangehörige und Freunde war herzlich. Die Zugfahrt nach Berlin verlief planmässig. Unsere Maschine startete pünktlich und brachte uns erst mal nach Doha. Nach einem kurzen Zwischenstopp ging es weiter nach Kathmandu.

22.10.: Endlich angekommen, nach 1½ Std. hatten wir unsere Visa und unser Gepäck. Schon im Flughafen bekamen wir die Blockade an der indischen Grenze zu spüren. Der Taxistand war geschlossen, und die Taxifahrer verlangten den vierfachen Preis. Nach zähem Verhandeln ging es etwas billiger, und so fuhren wir in unser Quartier nach Thamel. Die Zerstörungen durch das Erdbeben waren in Kathmandu geringer als befürchtet. Am stärksten betroffen waren die Tempelanlagen und ältere Häuser. An den neueren Häusern gab es keine sichtbaren Schäden.

Das Annapurna Base Camp war das Ziel unserer zwölftägigen Trekkingtour in Nepal. Die Trekkingroute zum Annapurna Base Camp in 4100 m Höhe gilt als eine der landschaftlich schönsten in Nepal. Der Trek startet in einer Höhe von 1150 m, durchquert Reisfelder und Bergdörfer, erreicht in ca. 3000 m Höhe die Baumgrenze, bevor man in eine schroffe Bergwelt eintaucht und das Annapurna Base Camp erreicht.

Schon von Deutschland aus hatte ich zahlreiche Agenturen in Kathmandu angeschrieben und ein Angebot für den ABC Trek eingeholt. Letztendlich entschied ich mich für die Agentur „Himalaya Fair Reisen“ in Kathmandu. Ausschlaggebend waren neben der Flexibilität in der Programmgestaltung der Preis und und die Sprache. Mit dem Inhaber der Agentur, Hari Gautam, und einiger seiner Guides kann man sich auf deutsch verständigen. In Kathmandu trafen wir uns mit Hari und unserem Guide Hom in unserem Hotel. Wir besprachen den Ablauf der Trekkingtour.

Am 24.10. fuhren mit dem Privatbus auf Straßen mit wenig Verkehr nach Pokhara. Am nächsten Tag fuhren wir mit unseren Führern und Trägern zum Ausgangspunkt unseres Treks.

Nach einer Wanderung in einer fantastischen Bergwelt mit überwiegend gutem Wetter und schönen Ausblicken erreichten wir nach zwölf Tagen den Endpunkt unseres Treks.

Klaus Hansen:

Mittwoch, 21.10.2015: Die Reise beginnt

Unsere Reise nach Nepal traten wir: Gerd, Thomas, Christian, Palle, Heinz, Stefan und ich (Klaus) am 21. Oktober um 13 Uhr vom Flensburger Bahnhof an. Erst, nachdem wird herzlich von Claudia, Susanne, Elisabeth, Christina, Hilke und Petra und meinen Eltern in das Abenteuer Nepal verabschiedet wurden und der Zug sich in Bewegung setzte, wurde mir bewusst: „Jetzt gibt es KEIN Zurück mehr.“

Das erste Zwischenziel unserer Anreise war Berlin. Im Shuttle-Bus zum Flugplatz Berlin Tegel – der neue Berliner Airport war noch nicht fertig –, hatten wir unser erstes Abenteuer. Einem Teilnehmer unserer Gruppe wurde die Brieftasche gestohlen. Beherzt rannte dieser hinter dem Dieb her. Der wiederum war so geschockt und hat die Brieftasche samt Inhalt sofort seinem Eigentümer zurückgegeben. Während dieser Aktion hat ein anderer von uns die Tür blockiert und den Busfahrer am Weiterfahren gehindert. Die übrigen Passagiere im Bus zeigten hierfür Verständnis.

Die Maschine der Qatar Airways hob ca. 22:30 Uhr in Berlin Tegel ab. Auf der Route flogen wir über Polen, Ungarn, Rumänien, der türkischen Nordküste am Schwarzen Meer, Iran und Bahrain zum Hamad International Airport in Doha (Qatar). Am frühen Morgen (Ortszeit) hatten wir den Security Check über uns ergehen lassen und warteten auf den Anschlussflug nach Kathmandu. Auf der zweiten Route flogen wir über die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman, das Arabische Meer und von der westlichsten Küste Indiens quer über das Land bis zum International Airport Kathmandu in Nepal. Die Landung erfolgte ca. um 15 Uhr Ortszeit am 22. Oktober.

Die Zeitverschiebung beträgt zwischen Kathmandu und Deutschland exakt 4 Stunden und 45 Minuten. Nepal ist der einzige südasiatische Staat weltweit in dieser Zeitzone. Da wir am 22. Oktober in Deutschland noch die Sommerzeit hatten, betrug die Differenz zu Nepal nur 3 Stunden und 45 Minuten.

International Airport Kathmandu: Warteschlange vor der Visum-Kasse
International Airport Kathmandu: Warteschlange vor der Visum-Kasse

Um den Flughafen zu verlassen, brauchten wir jetzt nur noch ein Visum. Am ersten Schalter bezahlten wir für das Visum ca. 38 Euro. Am zweiten Schalter stellen Beamte das Visum aus. Danach eilten wir schnell zum Gepäckschalter und anschließend im Prepaid Taxi zum Hotel Friendly Home im Stadtteil Thamel.

Am ersten Abend in Nepal tauschten wir bei einem Bummel durch Thamel einen Teil unserer Euros in Rupien und aßen das Nationalgericht der Nepalesen, Dal Bhat – einer Art Linsenbrei (dal) und einem riesigen Berg Reis (bhat). In Vorfreude auf unsere Himalaya-Trekkingtour gönnten wir uns dazu Everest Beer.

Freitag, 23.10.2015:

Am zweiten Tag in Nepal lernten wir beim Frühstück Gerds nepalesischen Freund Dawa kennen. Gerd wurde von Dawa eingeladen am Dashain-Fest, einem der wichtigsten Feste in Nepal, im Kreis dessen Familie mitzufeiern. Der Rest der Gruppe spazierte unter der Leitung von Thomas zum Affentempel auf einen Berg in Kathmandu. Hier befindet sich ein Buddhistischer Tempel.

Samstag, 24.10.2015: Fahrt nach Pokhara

Am dritten Tag wurden wir von unseren beiden Trekking Guides Hom (First Guide) und Ram (Second Guide) um kurz nach 8 Uhr vom Hotel in einem privaten Bus abgeholt. Nach ca. fünfstündiger Fahrt inklusive kurzer Mittagsrast über Bergserpentinen und unzähligen Schlaglöchern auf dem Prithvi Highway erreichten wir gegen 13 Uhr in Pokhara unser Hotel Moonlight Resort. Das Hotel liegt an der Lakeside Road, einer langen Einkaufsstraße für Touristen nahe dem Ufer des Phewa Sees. Nach einem ruhigen Bummel an den endlosen Souvenir Läden an der Lakeside Road und dem Rückweg am Seeufer nahmen wir unser gemeinsames Abendessen in einem kleinen indischen Restaurant ein.

Sonntag, 25.10.2015: 1. Trekking-Tag

Heute startete unser Trekking-Abenteuer im Himalaya. Hom, Ram und vier Träger, der jüngste gerade mal 16 Jahre alt, holten uns im Hotel ab. Im Kleinbus fuhren wir gemeinsam nach Phedi. Ab hier, hieß es, wird gewandert! Unser großes Gepäck hatten wir zuvor im Hotel für die Träger in handlichere Trekking-Reisetaschen gepackt, die von den Trägern zu je einem Zweierbündel zusammengeschnürt und über ein Stirnband festgehalten auf dem Rücken getragen wurden.

Dann ging es los! Über unzählige Stufen einen steilen Hang hinauf. Zur ersten Rast in Dhampus tranken wir im Hotel Greenland & Restaurant Tee. Der weitere Weg führte uns vorbei an Reisterrassen, einem Waldgebiet und einer großen Wiese. Aufgrund der kurzen Grashalme dachte ich zunächst, wir wären auf einer Golfplatzanlage. In der Mittagszeit erreichten wir unsere erste Lodge, das Heaven Gates Guest House in Pothana. Unsere Unterkünfte bestanden aus Doppelzimmern mit zwei Bettgestellen und je einer dünnen Matratze und einem weißen Laken. Die Türen wurden innen durch kleine Holzbretter und außen durch Vorhängeschlösser verschlossen. Noch nicht ausgelastet waren Gerd, Christian und ich am Nachmittag zu einem Spaziergang in Sandalen zur nächsten Lodge in Deurali aufgebrochen.

Blick vom Heaven Gates Guest House in Pothana: Hubschrauber im Anflug
Blick vom Heaven Gates Guest House in Pothana: Hubschrauber im Anflug

Hinter der Lodge befindet sich ein Hubschrauber-Landeplatz. Für ca. 6000 Dollar hätten wir ohne Umweg zum Annapurna Base Camp fliegen können. Wir entschieden uns für die Wanderung!

Christian Rahf:

Montag, 26.10.2015: 2. Trekking-Tag

NAMASTE: Heute geht es von Pothana ACAP (1970 m) nach Landruk (1640 m) – Strecke 11,0 km; aufwärts 470 m; abwärts 580 m; Gehzeit ca. 4 Stunden.

Ein neuer Tag und ein wundervoller Morgen, Sonnenschein und Idylle pur. Nach einem guten Frühstück, banana-porridge und tibetanbread (Bananen-Haferbrei und fritiertes Fladenbrot) und Kaffee satt, starten wir um 08:15 Uhr. Von Pothana haben wir einen schönen und grandiosen Bergblick, vor allem auf den Machhapuchhre (das Nepalesische Matterhorn), der uns in den nächsten Tagen immer näher kommen wird. Nach Pothana geht es weiterhin durch den Farn- und Mischwald mit vereinzelnen Rhododendren-Bäumen auf gepflasterten Stufen hinauf nach Pitam Deurali (2100 m). Hier wird vor allem der Blick auf den Annapurna South und den Patal Hiunchuli angezogen. Um 10:20 Uhr erreichen wir Tolka (1800 m) eine Teepause ist angesagt. Weiter geht der wunderschöne Tagesspaziergang unter blauen Himmel und reichlich Sonnenschein im moderaten Auf und Ab inmitten von Anbauterrassen stets den Hang entlang. Wir stoßen auf das Quartal des Modi Kola (Fluß) wo sich Landruck befindet. Um 12:10 Uhr erreichen wir das Sherpa Hotel in Landruk, die zweite Trekking-Tagesetappe ist geschafft. Es gibt Mittag, Nudelsuppe und Mint tea. Nach einem fürstlichen Abendendessen (Dal Bath) lassen wir den genußvollen Tag ausklingen

Dienstag, 27.10.2015: 3. Trekking-Tag

NAMASTE: Heute geht es von Landruk nach Chamrong (2150 m) – Strecke 7,9 km; aufwärts 900 m; abwärts 390 m; Gehzeit ca. 5 Stunden.

Nach einem guten Frühstück, wie Tags zuvor, starten wir um 08:30 Uhr bei bestem Wetter. Von Landruk geht es bergab durch Anbauterrassen, vorbei an Büffelweiden, und immer am rauschenden und tosenden Modi Kola entlang, mehrere Zuflüsse mit zum Teil sehr schönen Wasserfällen sind über mehrere wackelige Hängebrücken zu überqueren, bis hinunter zum Modi Kola. Wir wechseln die Uferseite über eine längere, neuere Hängebrücke und gelangen so nach New Bridge. 09:15 Uhr Teepause wie Tags zuvor. Von nun an geht es steil bergauf. Der erste Teil des Anstiegs bringt uns um 10:45 Uhr bis in die Ortschaft Jhinudanda. Nach einem guten Mittagsessen, wie Tags zuvor, geht es über unzählige steile Steinstufen weiterhin bergauf. Bei jedem Schritt denkt man, ob dieser „Heavenly Path“ tatsächlich nach Chamrong führt, oder vielleicht doch eine Etage höher in den Himmel „Stairvey to Heaven“. Aber schließlich bringen uns die Stufen doch ins schöne Gurung-Dorf Chamrong, welches wir gegen 13:30 Uhr erreichen. Ein schöner Nachmittag und ein gutes Abendessen, wie Tags zuvor, runden den dritten Trekking-Tag ab.

Mittwoch, 28.10.2015: 4. Trekking-Tag

NAMASTE: Heute geht es von Chamrong nach Dobhan (2600 m) – Strecke 10,7 km; aufwärts 870 m; abwärts 520 m; Gehzeit ca. 4,45 Stunden.

Nach einem guten Frühstück, wie Tags zuvor, starten wir um 07:45 Uhr bei bestem Wetter. Und weiter geht es mit den Stufen. Jedoch führen uns heute etliche Steinstufen zunächt bergab durch und schließlich aus dem Ort Chamrong hinaus. Allerdings läßt der – ebenfalls stufige – Anstieg nicht lange auf sich warten. Er ist viel kürzer als bei der vorherigen Etappe und mit dem gestrigen Training und der morgendlichen Frische stellt er kein Problem dar. Um 09:45 Uhr erreichen wir den kleinen Ort Sinuva, und Teepause ist angesagt. Ab hier halten wir unsere Höhe, und es geht nun in seichtem Bergauf und Bergab und wenigen Trittstufen durch dichten, dschungelähnlichen Wald mit bemosten Bäumen, Bambussträuchern, über Wurzeln, Stock und Stein. Gegen 11:45 Uhr erreichen wir den Ort Bamboo, wo uns ein gutes Mittagessen, wie Tags zuvor, erwartet. Ab 13:00 Uhr geht es weiter moderat bergauf und bergab, der Wald wird lichter und Grashänge und Bambussträucher überwiegen und um 13:30 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Dobhan, gerade rechtzeitig vor einem einsetzenden Regenschauer. Es bleibt feucht, aber mit einem deftigen Abendessen, wie Tags zuvor, beenden wir den vierten Trekking-Tag in geselliger Runde.

Thomas Michael:

Samstag, 31.10.2015: MBC (3700 m) – Dovan (2250 m)

Nachdem unsere Gruppe im Machapuchare Base Camp (MBC) vom Annapurna Base Camp (4100 m) zurück war, wurde erst einmal kräftig gefrühstückt. Danach machten wir uns bei schönstem Wetter an den Abstieg. Es lag noch Schnee, und es war schlammig und rutschig durch den schmelzenden Schnee. Zwischendurch wurde es neblig, was in den Waldpassagen sehr märchenhaft aussah. Nach einer Mittagspause in einer Lodge auf dem Weg erreichten wir dann Dovan (2250 m). An diesem Tag sind wir knapp 1400 m abgestiegen.

Sonntag, 01.11.2015: Dovan – Chomrong (2135 m)

Wir starteten wieder voller Elan. Es ging immer wieder bergauf und bergab. Gerade die steilen Steinstufen bergab gingen mir doch mächtig auf die Knie. Dadurch wurde ich zum Schlusslicht unserer Gruppe, nur Gerd blieb hinter mir, als möglicher „Lumpensammler“. Nach einer Pause in Sinuwa (2340 m) und einer Stärkung mit Dal Bhat ging es durch Reisterrassen bergab bis zu einer Hängebrücke, die einen sehr neuen Eindruck machte. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, ging es steil nach oben. Der Weg war aus Steinplatten, die die Nepalis wie eine nicht endene Treppe gebaut hatten. Was muss das für eine Arbeit gewesen sein. Der Aufstieg nach Chomrong, unserem heutigen Ziel, schien nicht enden zu wollen. Hinter jeder Kurve immer wieder neue Treppenstufen. Komplett nass und durchgeschwitzt erreichen wir dann nach insgesammt sieben Stunden endlich unsere Unterkunft in Chomrong.

Gerd Andresen:

Montag 02.11.2016: Chomrong (2570 m) – Tadapani (2630 m)

Heute eine leichte Wanderung? Nur 60 Höhenmeter Unterschied zwischen den beiden Orten. Wir werden sehen. Nach einem guten Frühstück starten wir um 07:30 Uhr. Die Götter sind mit uns, wir haben schönes Wetter mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel. Die Aussicht auf die Schneeberge ist atemberaubend. Nach einem leichten Anstieg gehen wir auf guten Wegen durch Terrassenfelder bergab. In der kleinen Ortschaft Ghurnung machen wir nach zwei Stunden und einem Abstieg von ca. 500 m Rast. Nach der Rast setzen wir unseren Weg fort. Nachdem wir auf einer Hängebrücke den Khimrong Khola überquert haben, geht es stetig bergan. Wir sehen, wie ein Bauer mit einem Ochsengespann und einem Holzpflug sein kleines Feld pflügt. Nach eineinhalb Stunden machen wir Mittagsrast an einer Schönen Lodge.

Wir liegen in der Sonne und genießen die Pause. Hier lässt es sich aushalten. Aber wir müssen weiter. Es geht weiter bergauf, und langsam wechseln wir von den Feldern in einen Wald, der hauptsächlich aus Rhododendronbäumen besteht. Es fängt leicht an zu regnen, aber um 14:30 Uhr erreichen wir nach einem Anstieg von 570 m unser Tagesziel Tadapani.

Dienstag 03.11.2016: Tadapani (2630 m) – Ghorepani (2860 m)

Das Wetter könnte besser sein. Es ist bewölkt aber trocken. Bergsicht ist nicht vorhanden. Um 08:00 Uhr starten wir in Richtung Ghorepani. Tadapani liegt auf einer Waldlichtung, und so führt uns der Weg weiter durch den Wald. Anfangs geht es bergab. Nach Erreichen eines Baches, den wir auf einer kleinen Brücke überqueren, ändert sich die Landschaft, und wir gehen im offenen Gelände wieder mal bergan. In Banthanti machen wir eine kurze Rast. Hier haben wir eine Höhe von 3150 m. erreicht. Anschließend wandern wir in einem stetigen Auf und Ab wieder durch einen Wald nach Deurali, das wir um 11:00 Uhr erreichen. Die Mittagspause fällt mit einer Stunde etwas länger aus, aber wir müssen anschließend noch mal einige Höhenmeter überwinden, bevor es hinab nach Ghorepani geht. In Ghorepani angekommen, quartieren wir uns in der Sunny Lodge ein. Wir haben ein kleines Cottage mit Bad und Toilette. Das Haupthaus ist groß, und der Aufenthaltsraum befindet sich in der zweiten Etage. Durch die großen Panoramafenster sehen wir leider nur Nebel. Trotzdem lassen wir es uns bei Bier, Wein und anderen Getränken gut gehen.

Mittwoch 04.11.2016: Ghorepani (2860 m) – Poonhill (3190 m) – Tikhed­hungga (1540 m)

Mitten in der Nacht aufgewacht, 04:30 Uhr morgens, wer macht hier solchen Lärm? Ach so, wecken durch unseren Guide Hom. Wir wollen zum Sonnenaufgang auf den Poonhill. Ein „must go“. Alle Touristen müssen da hoch, wir auch. Um 05:00 Uhr gehen wir ausgerüstet mit Stirnlampen los. Nach 40 Minuten erreichen wir unser Ziel. Mit vielen anderen Touristen stehen wir in der Kälte und warten auf den Sonnenaufgang. Zuerst sehen wir nur einen hellen Streifen am Horizont, aber kurz darauf beginnen die Gipfel von Annapurna I (8091 m) und Dhaulagiri (8167 m) golden zu leuchten. Es dauert ca. 30 Minuten, und die weißen Schneeberge leuchten im Glanz der aufgehenden Sonne. Welch ein grandioses Schauspiel. Dafür haben sich das frühe Aufstehen und der Anstieg gelohnt. Um 06:30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft, denn wir müssen noch packen und frühstücken, bevor wir uns an den weiteren Abstieg machen. Von jetzt an geht es tatsächlich über viele Treppen nur bergab. Die Knie lassen grüßen. Nach einem Abstieg von 1650 m erreichen wir nach über sechs Stunden unser Tagesziel. Heute ist unser letzter gemeinsamer Abend mit unseren Führern und Trägern, weshalb wir ein wenig feiern wollen.

Donnerstag 05.11.2016: Tikhedhungga (1540 m) – Nayapul (1070 m) Pokhara (820 m)

Wir lassen es heute ruhig angehen. Nach einem guten Frühstück geht es weiter bergab. Es dauert nicht lange, und wir haben das Ende der Treppen erreicht. Nach vielen Tagen sehen wir ein Auto. Die Zivilisation hat uns wieder. Den Rest des Weges folgen wir einer Schotterpiste bis Birethanti. Das letzte Stück bis Nayapul ist asphaltiert. Am Ende des Treks warten wir auf unseren privaten Kleinbus, der uns nach Pokhara bringen soll. Pokhara erreichen wir nach einer längeren Pause wegen eines Streiks um 14:00 Uhr. Damit geht eine spannende und interessante Trekkingtour zu Ende.

Nachtrag:

Die letzten Tage in Nepal werden von den Teilnehmern der Reise zum Teil individuell gestaltet. Einige fliegen mit dem Gleitschirm über Pokhara, andere nutzen die Zeit zu Besichtigungen oder erholen sich bei Besuchen der verschiedenen Restaurants. Von Pokhara fahren wir mit einem Touristenbus nach Kathmandu. Hier werden noch einige Sehenswürdigkeiten, die teilweise durch die beiden schweren Erdbeben am 25.04.2015 und am 12.05.2015 zerstört wurden, besichtigt.


Im Anschluss an die Annapurna-Basecamp-Tour machten zwei Mitglieder eine weitere Trekkingtour in Nepal. Zum Bericht über den Pikey Peak-Trek geht es hier.


Bei Klick auf ein Foto öffnet sich die Fotogalerie (Fotos von Gerd Andresen):

Die nördlichste Sektion Deutschlands: Kaum Berge, dafür mehr Meer.