2012: Ötztaler Alpen

Hochtourenwoche für Jugendliche in den Ötztaler Alpen vom 21. bis 28.07.2012

Konrad Scholz: Ein 8000-er in fünf Tagen

„Toll, wie die Jugendlichen mitgemacht haben!“ Konrad Scholz, der für die Sektion Flensburg des Alpenvereins eine Hochgebirgstour für Jugendliche organisiert hatte, ist immer noch beeindruckt. Gemeinsam mit Susanne Feddersen von der Klettergruppe der Sektion hatte er vom 22. – 28.7. eine Gruppe von vier Jugendlichen durch die Ötztaler Alpen geführt. Für Helen (14), Joshua (16) und Wenke (16) war es das erste Mal in dieser Höhe, Jan Ole (16) hatte schon alpine Erfahrung. Möglich geworden war dieses Angebot durch einen großzügigen Zuschuß der Sektion.

Start am Flensburger Bahnhof

Joshua Schwinn: Wandern im Ötztal

Nie zuvor war ich auf solch einer langen Tour durch die Berge. Natürlich bin ich vorher schon in den Bergen gewesen, allerdings ging es dann meistens nur bergab, auf Skiern, was deutlich einfacher ist, als zu Fuß mit 10 Kilo Gepäck auf dem Rücken. Ich war also dementsprechend sehr aufgeregt und gespannt, was mich so erwarten würde und ob ich den Belastungen standhalten könne, denn es ist, wie sich später herausstellte, schon etwas Anderes auf 2000 Höhenmetern zu wandern, als wie gewohnt auf Höhe des Meeresspiegels. Da ich mich nicht sonderlich auf die Anstrengungen vorbereitet habe (ich bin zwei Mal fünf gemütliche Kilometer gelaufen), hatte ich in den ersten Tagen auch meine größten Schwierigkeiten, so dass es mir schon vor den Gletscherüberquerungen graute … Doch ich habe die Tour heil und ohne Blasen (!) überstanden und kann rückblickend sagen: Es war eine tolle Tour, die man auf jeden Fall wiederholen sollte, es muss ja nicht unbedingt die gleiche Strecke sein, denn es gibt ja noch genug andere Berge, die nur darauf warten von uns erklommen zu werden!

Anreise: Ich bin in den Ferien, wie vermutlich jeder Schüler ein ziemlicher Langschläfer, nun eigentlich wollte ich diese Tradition die Ferien durch fortführen, nur da wir uns um 6:00 Uhr treffen und ich die Abfahrt des Zuges auf keinen verpassen wollte, quälte ich mich dann eben noch hundemüde aus dem Bett. Das Frühaufstehen hat sich aber gelohnt, da die Züge Richtung Kiel und von dort Richtung Hamburg relativ leer waren. Erst in Hamburg ging es dann ins „Urlauberrückkömmlingsgetümmel“, so dass wir höllisch aufpassen mussten uns nicht aus den Augen zu verlieren. Hier hatten wir eine längere Pause, die ich direkt genutzt habe, um mir eine Zeitschrift zu besorgen, denn ich hatte sonst keine Ahnung wie ich die auf ca. sechs Stunden geschätzte Fahrzeit mit dem ICE schnell rumkriegen sollte. Die Fahrt mit dem ICE verlief reibungslos, im wahrsten Sinne des Wortes, da dies meine erste ICE-Fahrt bedeutete und ich vorher nur laute, ratternde und schaukelnde Zugfahrten á la NOB gewohnt war. Mir hat die Zugfahrt dann trotz der langen Dauer gut gefallen, ich war aber auch froh als wir dann endlich in den Münchener Hauptbahnhof rollten. Auf dem Weg zum nächsten Gleis spürte ich dann auch das erste Mal das Gewicht meines Rucksacks, den ich ja die ganze Zeit auf dem Rücken tragen musste (wo auch sonst). Ohne erwähnenswerte Vorkommnisse verliefen die nächsten Zugfahrten und als wir dann in den Ötztaler Bahnhof rollte, waren wir alle froh endlich am Ziel angelangt zu sein. Konrad hatte für uns das „Taxi Quaxi“ (oder so ähnlich) bestellt, das uns nach Vent bringen sollte. Das tat es dann schließlich auch, allerdings in einem ziemlich waghalsigen Tempo, so als würde er einen Rallyewagen steuern und keinen Bus mit wanderfreudigen Menschen, die gerade ein paar lange Zugfahrten hinter sich haben. Wir sind aber trotzdem heil, wenn auch mit etwas flauem Gefühl in der Magengegend am Ziel angekommen und konnten dann in das Gasthaus „Gstrein“ einkehren, wo wir, nachdem wir alles aufs Zimmer gebracht hatten, mit einem wahren Festmahl begrüßt wurden.

Gasthof in Vent

1. Etappe

Aufgeweckt wurden wir am nächsten Morgen von Konrad, der schon die Steigeisen und alles andere besorgt hatte, da das Frühstück schon begonnen hatte beeilte ich mich nach unten in den Gastraum zu gelangen, wo alle anderen schon am Tisch saßen. Nachdem wir uns gestärkt hatten ging es dann mit dem Rucksack auf dem Rücken hinaus in die frische Bergluft, vor der Tür entstand daraufhin auch unser erstes Gruppenfoto, danach machten wir uns auf zur Breslauer Hütte, dem von Konrad angekündigten ersten Ziel der Wanderung durchs Ötztal.

Es geht los!

Der erste Aufstieg zur Gondelstation hat mich dann gelehrt, dass es besser ist, sich körperlich auf eine Bergwanderung vorzubereiten, am besten direkt mit Gepäck. Die erste Pause haben wir nach unserer Ankunft an der Bergstation  auch direkt gemacht und uns nebenbei von österreichischer Volksmusik beschallen lassen. Dann ging es weiter den Berg hinauf, zwar etwas gemächlich ansteigend, aber nicht minder anstrengend. Nach dem erneuten kurzen Anstieg ging der Weg dann am Hang entlang Richtung Breslauer Hütte, die, während wir unserem Ziel immer näher kamen, majestätisch am Rande einer Art Klippe thronte. Am Fuße der Klippe haben wir dann ein kleines Päuschen eingelegt, um unsere Kräfte für den steilen, langen Aufstieg zur Breslauer Hütte zu sammeln, der erwies sich dann wie erwartet als ziemlich anstrengend.

Breslauer Hütte

Oben angekommen wurden wir mit dem Anblick dutzender fröhlich essender Rucksacktouristen begrüßt, die den Aufstieg zur Bergstation wahrscheinlich per Gondel bewältigt hatten. Wir jedenfalls setzten uns erst einmal in die Sonne. Konrad, Susanne und Ole hatten dann sogar noch die Kraft und Motivation das „Wilde Mannle“ zu besteigen. Mir reichte es für heute, Wencke und Helen ebenfalls und so setzten wir uns in die Sonne und unterhielten uns ein wenig… Die drei kamen so gegen halb Sechs wieder, so dass wir fast direkt zum Abendessen in den Gastraum kommen konnten, nach dem Essen ging es dann ins Bett. Mitten in der Nacht scheine ich dann, da das Bett ziemlich schmal war, meine Bettdecke herunter geworfen zu haben, so dass ich die ganze Nacht ein wenig frieren musste. Ich bin aber trotz des nächtlichen Zwischenfalls erholt aufgewacht!

2. Etappe

Nach einem gemütlichen Frühstück ging es dann bei herrlichem Sonnenschein weiter durch die frische Morgenluft zur Vernagt-Hütte. Der Weg war spektakulär, nicht umsonst ist er als einer der schönsten Panorama Höhenwege des Ötztals bekannt. Es war für mich ziemlich angenehm nach dem steilen Aufstieg zur Breslauer Hütte endlich mal auf mehr oder weniger ebenen Wegen zu laufen, später sollte sich das allerdings noch ändern. Der letzte Abschnitt des Weges zur Vernagt-Hütte verlangte uns beim Aufstieg dann noch einmal alles ab, doch auch für den Abstieg ins kleine Tal direkt vor der Vernagt-Hütte hat sich die Natur etwas einfallen lassen und den Weg mit dutzenden Gesteinslawinen teils unkenntlich gemacht, es war gar nicht so einfach dort schnell vorwärts zu kommen. Erst nach unten und dann wieder steil nach oben, so sah der letzte Teil des Weges aus. Ich war ziemlich entkräftet, als ich schließlich auf der Vernagt-Hütte ankam und von Ole, der immer voraus zu sprinten schien (er war meistens der Erste, der bei den Hütten ankam), begrüßt wurde.

Vernagt Hütte

Nach einem schönen Mittagessen mit Panoramablick ging es dann von der Vernagt-Hütte aus weiter bergauf, zum Einstiegspunkt in den Gletscher. Der Weg zum Gletscher war dann erneut ein sehr kräftezehrender Aufstieg, da es teilweise gar keinen richtigen Weg gab und man sich so manchmal in ziemlich ausweglose Situationen manövrierte, das Problem wurde noch dadurch verschärft, dass überall kleine Schmelzwasserbäche über die Steine flossen und den Aufstieg fast schon zur Rutschpartie machten. Wir waren also alle froh, als wir am Fuße des Gletschers angelangt waren. Hier machten wir dann eine Pause und rüsteten uns für die Gletscherüberquerung aus, danach ging es los. Der erste Teil des Gletschers bestand aus Eis und festem Schnee, war also keine große Hürde für uns, dann folgte ein großes Schneefeld, durch das wir uns noch kämpfen mussten. Für jeden Schritt, den wir vorwärts kamen, rutschten wir einen halben wieder zurück, ein tierisch anstrengendes Unterfangen also. Kurz vor dem Ende des Gletscherfelds wurde uns durch ein Abrutschen von Helen an einer sehr steilen Stelle dann nochmal vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich gegenseitig mit einem Seil zu sichern. Nach diesem kurzen Schreckensmoment waren wir froh, heil oben angekommen zu sein. Konrad wollte daraufhin noch mit Helen die erste 3000er Spitze erklimmen, zu der es nach seiner Schätzung ca. 15 Minuten Wegstrecke wären. Wir anderen warteten zuerst noch am Fuß des Bergs und machten uns dann auf zum letzten Wegabschnitt dieser Etappe, der Schneefeld-Überquerung zum Brandenburger Haus.

Steiler Aufstieg über den Gletscher zum Brandenburger Haus

Diese erwies sich dann, genau wie die Gletscherüberquerung als sehr anstrengend, allerdings kam man schneller vorwärts, da keine Steigung vorhanden war. So waren wir nach etwa einer halben Stunde am Brandenburger Haus, gerade rechtzeitig, wie wir mit einem Blick in den Himmel feststellten, der war mittlerweile von dunklen Wolken bedeckt, der Regen ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Zum Glück waren Helen und Konrad, die die Schneefläche zu zweit überquert hatten da, bevor der Regen stärker wurde. Wir machten es uns danach in der Gaststube bequem, aßen zum Abendbrot und blieben dann noch etwas sitzen, um Karten zu spielen, das alles taten wir mit Jacke bekleidet, da es merklich kälter im Brandenburger Haus war, als in anderen Hütten. Leider macht die Höhe einer unseres Teams zu schaffen, Helen, die in der Nacht über starke Übelkeit klagte.

3. Etappe

Der nächste Morgen war wolkenverhangen, man konnte kaum 100 Meter weit schauen, deshalb entschied Konrad noch eine Weile zu warten, bevor wir über einen anderen Gletscher wieder ins Tal steigen würden. Am vorherigen Abend hatte sich uns außerdem ein junger Mann namens „Falko“ angeschlossen, der so schnell wie möglich ins Tal musste, da er zu einer Prüfung müsse. Er hatte allerdings nicht auf der Hütte geschlafen, sondern in einem kleinen Zelt am Fuß des Abhangs, an dem das Brandenburger Haus steht. Außerdem erzählte er uns noch, dass er demnächst mit Freunden nach Georgien reisen würde und dafür seine Ausrüstung (Zelt, Schlafsack, etc.) teste. Wir nahmen ihn dann mit und machten uns, nachdem sich die Wetterlage gebessert hatte auf.

Gletscherabbruchkante

Der Abstieg war wesentlich leichter als der Aufstieg, was vor allem daran lag, das wir gestern ziemlich spät auf dem Gletscher waren und er so möglicherweise schon ein wenig „aufgeweicht“ war. Am Fuß des Gletschers verließ Falko uns dann wieder und joggte (!) mit seinem Rucksack Richtung Hochjoch Hospiz, unserem Ziel. Wir allerdings ließen uns Zeit und marschierten mit atemberaubendem Blick auf den Gletscherabbruch am Hang entlang. Ole konnte oder wollte nicht so bequem laufen und so hatten wir ihn schon nach ein paar Minuten aus den Augen verloren. Der Weg war sehr angenehm zu laufen, er war zwar ziemlich schmal, ging aber gleichmäßig abfallend hinunter, nur manchmal kamen etwas steilere Stellen. Zwischenzeitlich wurden wir während des Abstiegs in dichten Nebel gehüllt, eine fast schon beängstigende Erfahrung. Kurz vor der Ankunft im Hochjoch Hospiz öffnete der Himmel dann nochmal seine Schleusen, wir bekamen zwar nicht viel ab, doch das genügte, um die Laune in den Keller zu treiben und es sollte noch dicker kommen… In der Hütte hatten wir dann ein leckeres Mittagessen und beratschlagten nebenbei über die nächsten Schritte, da der Regen Konrads Planung durcheinanderbrachte. Nachdem alles aufgegessen war ging es weiter, als nächstes Ziel hatten wir statt der Similaun-Hütte, die Martin-Busch-Hütte ausgemacht, welche wir über den Saykogel erreichen wollten. Das wäre auch kein großes Problem gewesen, wären wir nicht von Platzregen und starkem Wind überrascht worden, so ging es also nass und ausgekühlt zum Fuß des Saykogels, der sich, entgegen der Vorstellungen von Konrad als Klettersteig und nicht als Wanderweg entpuppte. Hier war meine Laune (vielleicht ging es den anderen ähnlich) dermaßen in den Keller gesunken, dass ich einfach keine Lust mehr hatte, auf meinen, gefühlte 20 kg schweren Rucksack und den ständigen Regen. Der Aufstieg zum Gipfel des Berges wollte einfach nicht zu Ende gehen: Es ging immer weiter bergauf, immer wieder entdeckt man ein entferntes Steintürmchen, das den Weg markieren soll. Doch dann bot sich uns ein beunruhigender und zugleich atemberaubender Anblick, der mich unweigerlich an den „Herr der Ringe“-Film erinnerte: Ein schmaler, kaum sichtbarer Steinstieg schlängelt sich gewunden zum vom Nebel verschlungenen Gipfel, den wir überqueren mussten.

Klettersteig zum Saykogel

Ich dachte manchmal, dass jetzt nur noch Gollum hinter einem Stein auftauchen müsste und die Illusion perfekt gewesen wäre. Trotzdem machte der Aufstieg Spaß, und obwohl der Weg ziemlich selten genutzt zu werden schien, zeigten sich Spuren der Zivilisation: Am Fuß eines Abhangs lag ein blauer Wanderstock, der einem beim Aufstieg sowieso nichts genützt hätte, da es am sichersten war, mit allen Vieren zu klettern. Zusätzliche Gefahr war auch noch das Gewicht des Rucksacks, das einen schwanken ließ, wenn man sich zu hektisch bewegte, der Wind trug dazu auch noch seinen Teil bei. Nach diesem Aufstieg waren wir froh, die Martin-Busch-Hütte als kleinen Fleck am anderen Ende des Tals sehen zu können… Der Abstieg war einfach und angenehm, zog sich aber ziemlich in die Länge, sodass wir erst gegen halb Sieben in auf der Hütte ankamen. Da wir so spät waren, bekamen wir auch leider nur einen Platz im Bettenlager ab, das war im Angesicht der geschätzten Hundert Leute im Speisesaal aber auch keine Überraschung!

4. Etappe

Die Nacht in der Martin-Busch-Hütte war nicht besonders schön, was daran lag, dass wir ca. fünf Schnarcher im Bettenlager hatten und ich meine Ohrstöpsel nicht finden konnte. Trotzdem habe ich für meinen Teil ausgeschlafen, das war auch bitter nötig in Anbetracht der Leistungen, die wir an diesem Tag noch vollbringen würden. Nach dem Frühstück planten wir dann den weiteren Tagesablauf, das lief darauf hinaus, dass Susanne und Wencke nach Vent heruntersteigen, um etwas für Wencke zu besorgen und Konrad, Helen, Ole und ich zur Similaun-Hütte hinaufsteigen und von dort aus weiter auf den Gipfel des Similaun. Das Wetter hatte sich zum Glück gebessert, nur der Gipfel von unserem Zielberg hing noch in den Wolken, das sollte sich im Laufe des Tages aber auch noch ändern. Wir stiegen also ca. zwei Stunden zur Hütte auf, tranken dort etwas und wagten schließlich den Aufstieg.

Konrad im Gletscherspalten-Labyrinth

Der längste Teil des Weges verlief durch ein Schneefeld, so dass wir zuerst eher langsam vorankamen, da wir schnell bemerkten, dass die Wolken, die den Gipfel verhüllten sich langsam aufzulösen begannen, hatte unsere „Trägheit“ aber eben auch einen Vorteil. Zum ernsten Problem wurden beim Aufstieg allerdings die Gletscherspalten, da viele vom Schnee bedeckt waren, glich der Aufstieg manchmal dem Gang durch ein Minenfeld, ständig mussten wir umkehren, eine andere Route einschlagen oder über kleinere Spalten springen (!). Konrad hat uns währenddessen aber immer souverän und ruhig angeführt. Als wir das Schneefeld und das Labyrinth des Spalten hinter uns gelassen hatten, ging der Rest des Weges über Steine. Die Aussicht während des Aufstiegs war spektakulär, ein Bergpanorama, das das Herz eines jeden Bergverliebten zum Schmelzen gebracht hätte, die Aussicht von Gipfel übertraf dies sogar noch. Die ganze Zeit hatten wir den Gipfel im Blick und trotzdem kamen immer neue Hindernisse, denn nach dem Aufstieg über den Steinhügel erstreckte sich wieder ein kleines Schneefeld vor uns, das wir dann mit den Steigeisen, die wir uns fürs Klettern ausgezogen hatten und jetzt wieder anziehen mussten, überquerten. Nach dem Schneefeld und anschließender erneuter Kletterherausforderung war es dann endlich so weit: Wir hatten den Gipfel erreicht.

Similaungipfel

Belohnt wurden wir mit einer traumhaften Aussicht und ausgezeichneten Sichtverhältnissen, die Kraxelei hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Was dann folgte waren natürlich das obligatorische Gipfelfoto und die Panoramafotos, danach ging es wieder nach unten. Der Abstieg gestaltete sich weniger aufregend als der Aufstieg, hier wurden wir von Helen angeführt, die den Weg durch das Schneefeld fast rennend hinter sich brachte. Wieder auf der Similaun-Hütte angekommen, aßen wir erst einmal Kuchen und tranken etwas, das hatten wir uns meiner Meinung nach auch wirklich verdient. Zur Martin-Busch-Hütte marschierten wir dann in gemütlichem Tempo und waren trotzdem rechtzeitig zum Essen zurück. Ein Zimmer hatten wir leider wieder nicht bekommen, also verbrachten wir eine weitere Nacht im Bettenlager, auf den gleichen Liegeplätzen wie letzte Nacht. Es war wesentlich angenehmer, da sich keine Schnarcher hören ließen, so dass man die Nacht durchschlafen konnte, das war nach diesem Tag auch gut so.

5. Etappe

Am nächsten Tag, dem letzten in den Bergen, ließen wir alles etwas ruhiger angehen. Wir frühstückten erst später und waren dann wahrscheinlich auch die Letzten, die die Hütte verließen. Die Sonne schien die ganze Zeit unaufhaltsam vom Himmel, während wir, wieder mit vollem Gepäck ausgerüstet den ca. zwei stündigen Fußmarsch nach Vent auf uns nahmen. Sonniges Wetter ist zwar schön, allerdings nur, wenn wenigstens ein frischer Wind weht, oder sich ab und zu eine Wolke dazwischenschiebt, nichts dergleichen an diesem Tag. Unten in Vent angekommen machten wir eine wohlverdiente Pause im Schatten und begaben uns zur Bushaltestelle, von der aus ein Bus nach Ötz fuhr. Der kam dann auch mit leichter Verspätung und so ging es den gleichen Weg, den wir am ersten Tag hochgefahren wurden, wieder zurück. Zwischendurch  mussten wir umsteigen, was allerdings kein Problem war. Ein Problem war nur die Hitze, in der wir auf den Bus warten mussten. Die Fahrt nach Ötz ging schnell vorüber und so hatten wir genug Zeit unser Hotel zu suchen und Proviant für die, am nächsten Tag bevorstehende Heimreise zu kaufen. Außerdem hatten wir für den Nachmittag eine Wanderung zu einem Badesee in der Nähe beschlossen. Nachdem dann alle ihre Einkäufe erledigt hatten liefen wir also los, allerdings ohne Gepäck, was wesentlich angenehmer war. Am See angekommen galt es dann zuerst einmal einen Liegeplatz zu finden, da offenbar ganz Ötz hier zu baden schien. Nach einigem Suchen fanden wir dann noch ein geeignetes Plätzchen und genossen das kühle Wasser.

Piburger See bei Ötz

Wir blieben ca. 45 Minuten am See und stiegen danach wieder hinunter nach Ötz, auf dem Rückweg hielten wir direkt Ausschau nach einem schönen Restaurant, wo wir unseren letzten gemeinsamen Abend verbringen wollten. Es war schnell gefunden, so dass wir nur einen Tisch reservierten und dann zum „frisch machen“ zum Hotel zurückkehrten. Gegen halb Neun aßen wir dann gemütlich in einem kleinen Garten aus der österreichischen Küche und unterhielten uns nett, bis wir uns um ca. 22 Uhr zum Rückweg aufmachten. Im Hotel angekommen gingen wir alle auf unsere Zimmer und ließen die vergangenen Tage Revue passieren.

Anmerkung des Vorstands:
Vielen Dank, Joshua, für diesen grandiosen Bericht!

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